Werden KPOP Fandoms immer wilder? Nein, das war schon immer so.

Dieser Artikel ist ein persönlicher Kommentar.

Momentan machen viele Posts in Social Media die Runde, die sich mit der Frage beschäftigen, ob KPOP Fandoms immer wilder werden. Aus persönlicher Erfahrung und jahrelanger Beobachtung kann ich aber ganz klar sagen: Nein, das war schon immer so.

Es wird immer, egal in welchem Fandom, Personen geben, die sich toxisch verhalten, das ist nicht erst seit gestern so.

Mittlerweile weiß man, dass sich Die-Hard-Fans von JYP Entertainment darum gekümmert haben, die Rufschädigung von Kim Woojin ordentlich voranzutreiben. Sie haben sich einfach so dermaßen daran gestört, dass er Stray Kids verlassen hat, dass sie komplett verhindern wollten, dass er auch nur annähernd nochmal so etwas wie eine Karriere haben würde. Sie haben eine Chance in der aktuellen Cancel Culture gesehen, die nach dem Motto „ich glaube lieber einem Lügner als einem Täter“ agiert und nicht nur im KPOP zugegen ist.

Dann hätten wir da die zahlreichen Mobbingskandale und Anschuldigungen von letztem Jahr, von denen sich eines nach dem anderen als unwahr herausstellt. Kein Wunder, nachdem schon im März letzten Jahres feststand, dass die Jahrbücher, die immer zur vermeintlichen Beweissicherung genutzt wurden, einfach online verkauft wurden.

Oder aber die harte Verschwörung gegen Yong Junhyung, als der Skandal rund um Burning Sun aufkam und klar wurde, dass er offenbar eines der Videos gesehen habe, es aber nicht gemeldet hat. Während er nicht als einer der Verdächtigen gilt, konnte er sich bislang nicht davon erholen und seine Karriere auch nicht neu starten. Jeder Versuch wurde von ehemaligen Fans boykottiert. Gleichzeitig blüht die Karriere von Zico auf, dem man Ähnliches anzuhängen versucht hat, weil er früher mit Jung Joonyoung befreundet war. Er zeigte allerdings sofort eine Nulltoleranz gegen Diffamierung seitens Netizens, da er schon seit langer Zeit keinen Kontakt mehr zu besagter Gruppe hatte.

Aber das alles ist absolut nichts Neues.

Man denke nur einmal an G.NA, die nach ihrem Prostitutionsskandal in die USA ging und ihre Karriere seither nicht mehr neu gestartet hat.

Oder die Situation rund um 2PM und Jay Park, als dieser die Gruppe verlassen hatte. Seine Fans protestierten gegen das Label, einige toxische 2PM-Fans waren indessen schwer damit beschäftigt, alte Social Media Posts von ihm auszugraben, um ihn möglichst als jemand darzustellen, der Korea absolut hassen und nicht respektieren würde. Niemand hätte damals erwartet, dass er noch größer und stärker zurückkommen würde, aber während er in der K-Hip-Hop-Szene richtig groß wurde und sich auch abseits davon einen beachtlichen Namen gemacht hat, wurde er nie wieder zum klassischen Idol. (Was er wohlgemerkt vermutlich auch überhaupt nicht wollte und daher nicht versucht hat. Aber dennoch. Es gibt einige toxische 2PM-Fans, die sich bis heute keinen einzigen Song von ihm angehört haben.)

G-Dragon von Big Bang hatte etliche Skandale. Begonnen bei einem Marihuanaskandal bis hin zu diversen Datingskandalen (dass es schlimm ist, diese als solche zu bezeichnen, ist natürlich nicht der Rede wert, ihr kennt meine Einstellung dazu) und auch Vorwürfen, dass er Plagiate erschaffen habe, hat dieser Mann einfach alles durch. Aber seine Karriere ist stärker denn je – denn er ist auch G-Dragon.

Es kommt einzig auf das jeweilige Fandom an, wie sehr die betreffenden Stars dabei unterstützt werden, einen neuen Versuch zu starten. Einzig der Umstand, dass die Fandoms immer mehr internationalen Zulauf erhalten, sorgt dafür, dass die Reaktionen oftmals heftiger erscheinen. Weil es auch einfach immer mehr Leute sind.

Heftige Reaktionen auf Webseiten und Social Media Accounts, die einzelne Idols kritisieren oder eben über Negatives berichten, was so geschieht, wird es immer geben. Und das war schon 2007 so, als ich zum KPOP Fan geworden bin.

Auch ich hatte schon so meine Begegnungen mit toxischen Fans…

Und ich habe auch einen ähnlichen Kommentar im heutigen Artikel über VERIVERY geschrieben – aus Gründen.

Es gibt da draußen tatsächlich Leute, die mir nicht verzeihen wollen, dass ich auch mal Negatives anspreche, etwa den Autounfall von BTS‘ Jungkook oder dass ein großer Fanaccount Spendengelder für eigene Zwecke missbraucht hat. Oder dass viele EXO-Ls schlichtweg problematisch sind. Oder weil ich über die Gerichtsverhandlungen von Seung Ri berichte.

Dass ich gleichzeitig auch helfe, wo ich nur kann, um Rufschädigung anhand haltloser Gossips einzudämmen, ist dabei völlig nebensächlich für jene Personen. Diejenigen interessieren sich in der Regel ja nicht einmal für ansoko und kennen die Seite bis zu dem Moment noch gar nicht. Entdecken nur einen einzelnen Artikel und sind bereits in Angriffhaltung, ohne reflektiert und sachlich über die Sache reden zu wollen. Konstruktive Kritik sieht anders aus.

Ganz ehrlich, sowas finde ich schade. Aber ich habe mich bewusst dafür entschieden, der Bitte einzelner Fanaccounts nicht nachzukommen, ausschließlich positiv über ihre Idole zu berichten und bloß nichts Negatives zu schreiben. Denn das verzerrt am Ende das Bild und dazu will ich nicht beitragen. ansoko ist ein transparentes und ehrliches Portal, das seinen Lesern die Chance gibt, ihre Idole möglichst gut kennenzulernen und auf dem Laufenden darüber zu bleiben, was gerade in deren Leben so passiert. Dazu gehört nunmal auch, zu erklären, warum das Label gerade ein Statement hat veröffentlichen müssen.

Wer damit ein Problem hat, sollte den Unterschied zwischen Berichterstattung und gezielter Rufschädigung lernen.


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