Eltern verklagen einen Kindergarten nach E. coli Massenausbruch

Nachdem es in einem Kindergarten in Ansan, Gyeonggi, zu einem Massenausbruck von E. coli gekommen ist, wollen mehrere Eltern nun eine Klage gegen die Leitung einreichen. Zunächst zeigten die Kinder gemeinschaftlich Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung, das gab die Polizei am Sonntag bekannt. Insgesamt 22 Personen wurden dabei ins Krankenhaus eingeliefert – neben 20 Kindern hat es auch zwei Familienmitglieder getroffen.

15 der eingelieferten Personen werden wegen einem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (kurz auch HUS) behandelt, was zu einem schweren Nierenversagen führen kann. Im schlimmsten Fall endet es sogar tödlich. Vier Patienten erhalten daher im Moment eine Nierendialyse.

Es handelt sich bei der Krankheit um einen Stamm des E. coli Virus. Er kann schwere Darminfektionen verursachen, der wiederum zu HUS fortschreiten kann.

Eine Ansteckung passiert dann, wenn man etwas verzehrt, das mit entsprechenden Bakterien kontaminiert ist. Im Anschluss ist auch eine Ansteckung von einem Mensch zum anderen möglich.

Der Ausbruch liegt schon etwas zurück

Aufgefallen ist das erste Kind am 12. Juni, dieses klagte zunächst über Magenschmerzen.

Bis zum 16. Juni waren dann weitere zehn Kinder erkrankt. Zu dem Zeitpunkt meldete der Kindergarten den Vorfall auch an die örtlichen Gesundheitsbehörden.

Die Stadtregierung von Ansan ordnete daraufhin die Untersuchung von 295 Schülern, Lehrern und Köchen sowie Familienmitgliedern von Patienten an, von denen 57 ab Samstag positiv auf E. coli-Bakterien und 190 negativ getestet wurden. Ergebnisse für 48 Personen stehen noch aus.

Wie sich die Bakterien im Kindergarten ausbreiten konnten, ist jedoch noch nicht bekannt.

Der Kindergarten-Direktor steht nun in der Kritik

Insgesamt sind es sechs Elternpaare, die nun den Kindergarten-Direktor wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz und auch wegen Fahrlässigkeit verklagen wollen. Sie unterstellen ihm dabei, Beweise zerstört zu haben. Dabei geht es um die nicht ordnungsgemäße Lagerung von Lebensmitteln.

Die Behörden sammelten bereits insgesamt 104 Proben von Lebensmitteln, Türklinken, Kochutensilien, Utensilien von Lebensmittellieferanten und auch aus Bade- und Klassenzimmern. Diese wurden jedoch alle negativ auf das Virus getestet.

Die Gesundheitsbehörden haben auch die außen angebrachten Freizeitangebote des Kindergartens überprüft, da es möglich ist, dass sich die Bakterien durch kontaminierten Schmutz oder Wasser in den Kindergarten zu bringen.

Bislang wurde dem Kindergarten eine Geldstrafe von 500.000 Won (ungefähr 400 Euro) auferlegt, da zwischen 10. und 15. Juni die Gesundheitsvorschriften für die korrekte Lagerung von diversen Zutaten nicht eingehalten wurde. Darunter Tteokbokki und Knödel.