Dunkle Seite des KPOP: Behandelt Big Hit Entertainment (HYBE Corporation) seine Künstler gut?

Ihr habt abgestimmt: Nach SM Entertainment und JYP Entertainment sehen wir uns nun einmal genauer an, wie Big Hit Entertainment (oder in Zukunft bald die HYBE Corporation) seine Künstler behandelt. Im April letzten Jahres haben wir ja schon einmal darüber berichtet, welche Problematiken mit dem Staff vorherrschen, die unmittelbar in TXT’s und BTS’ Nähe arbeiten. Diesen Artikel solltet ihr euch zuvor noch durchlesen.

Big Hit Entertainment wurde im Jahr 2005 von Bang Sihyuk gegründet, der auch als Hitman Bang bekannt ist. Mehr über ihn könnt ihr hier nachlesen.

Zunächst einmal unterscheidet sich Big Hit Entertainment im Grundlegenden nicht von anderen Agenturen. Das Training ist hart und verlangt den Trainees einiges ab. Gleichzeitig wird jedoch von Beginn an sichergestellt, dass die Künstler eine psychische Betreeung an der Seite haben. Nicht grundlos hat sich rund ein Jahrzehnt der Untertitel “Music and Artist for Healing” etabliert. Gegründet wurde das Label ja auch aus einer Müdigkeit seitens Bang Sihyuk heraus, was die immerwährenden Systeme anbelangt, die zur damaligen Zeit im KPOP vorherrschten.

Heute wird das Unternehmen in erster Linie mit BTS in Zusammenhang gebracht, weil sie dadurch auch erst groß und für die Musikwelt relevant geworden sind. Aber wir müssen für einen objektiven Eindruck auch einen Blick darauf werfen, wie das Unternehmen vor dieser Boygroup vorgegangen ist – zwischen der Gründung und dem Debüt von BTS liegen schließlich acht Jahre.

Welche Künstler standen vor BTS dort unter Vertrag?

Von 2006 bis 2007 war K.Will, einer der berühmtesten koreanischen Solosänger, bei dem Label unter Vertrag. Allerdings hatte er schon davor mit Bang zu tun, denn ganze fünf Jahre lang war er der Trainee des Produzenten. Zu seinem Debüt ist es noch 2007 gekommen, während sein Vertrag aufrecht gewesen ist. Er verließ das Label nicht aus allgemeiner Zufriedenheit, sondern weil sein Agent, mit dem er zu der Zeit schon länger zusammengearbeitet hat, Starship Entertainment gegründet hat. Dort steht er bis heute unter Vertrag.

Bang war weiter als Produzent aktiv, allem voran für Künstler von JYP Entertainment, da er ja mit JYP in engem Kontakt stand. Gleichzeitig wurde 2007 ein Co-Managing mit Source Music eingegangen, mit dessen CEO Bang eng befreundet ist. Es war auch das erste Label, das von Big Hit später akquiriert wurde. Die Rede ist von 8eight, einem Co-Ed Trio, das aus einer Sängerin und zwei Sängern bestand. Sie entschlossen sich selbst dann im Jahr 2014, getrennte Wege zu gehen. Lee Hyun, einer der Member von 8eight, steht noch heute bei Big Hit unter Vertrag.

2010 kam eine Zusammenarbeit mit JYP zustande, und zwar 2AM. Die Gruppe wurde von Big Hit und JYP co-gemanaged. Das ging bis 2014, bis sich auch hier die Wege aus verschiedenen Gründen getrennt haben. Im Fokus stand, dass man bei anderen Labels eine bessere Perspektive gesehen hat. Angepeilt wurde hier JYP Entertainment, da durch das Co-Management bereits Kontakte entstanden sind.

Soweit also lediglich die typischen unglücklichen Umstände, mit denen ein kleines, recht mittelloses Label nunmal zu kämpfen hat. Keiner der Künstler zeigte sich jemals unzufrieden über das Management, lediglich die Möglichkeiten wurden bekritelt – und dass die nicht so rosig ausgesehen haben, liegt auf der Hand.

2012 erfolgte erneut das Co-Managing einer Gruppe zwischen Big Hit und Source Music, was zu extrem negativen Schlagzeilen führte, jedoch nicht aus Gründen einer negativen Behandlung seitens der Labels. GLAM. Die Girlband, bestehend aus fünf Membern, von denen sich eine im Jahr 2014 als Sasaeng vom Schauspieler Lee Byunghun entpuppte. Dahee war die Übeltäterin, gemeinsam mit dem Model Lee Jiyeon, die versuchte, ihn mithilfe eines kompromittierenden Videos zu erpressen. Da Lee Byunghun eine Berühmtheit in Korea ist – schon damals gewesen – hat sich das natürlich zu einem riesen Ding hochgeschaukelt.

Big Hit Entertainment war vertraglich verpflichtet, für das Wohlergehen der eigenen Künstler zu sorgen. Lee Dahee, die erst im März 2015 durch ein Gerichtsurteil zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe (anstelle einer einjährigen Haftstrafe, was sie einzig Lee Byunghun zu verdanken hat, er extra darum gebeten hat) verurteilt wurde, musste bis dahin vom Label vertreten werden. Sprich, es musste ein Anwalt bereitgestellt werden und die Kosten mussten erst einmal aufgebracht werden. Unglücklicherweise hatten BTS zuvor im August 2014 das Album Dark & Wild veröffentlicht, das nicht den erhofften Erfolg eingebracht hat. Kurzzeitig stand damit die weitere Zukunft von BTS und auch Big Hit Entertainment auf Messers Schneide.

Damals standen auch noch Lim Jeonghee (seit 2012) und David Oh (seit 2011) bei dem Label unter Vertrag. Beide verließen Big Hit Entertainment im Jahr 2015 – es ist jedoch nicht bekannt, ob das mit dem Gerichtsprozess in Verbindung steht. Das Trio Homme, das damals ebenfalls beim Label unter Vertrag stand (seit 2010) blieb bis 2018. Und sie verließen Big Hit nur deshalb, weil sie eine eigene Agentur gründen wollten.

Auffallend ist an dieser Stelle, dass die Verträge deutlich von den üblichen Vertragszeiten abweichen. Bei Gruppen, die in Zusammenarbeit von zwei oder mehr Labels gemanaged werden, sind kürzere Vertragszeiträume natürlich üblich. Auch wird eine Sängerin wie Lim Jeonghee, die nicht zur Hallyu Wave gehört, keinen Vertrag auf die üblichen Jahre erhalten. Mit den eigenen Künstlern wurden also weitestgehend unbegrenzte Zusammenarbeiten angestrebt – mit Ausnahme von GLAM und BTS. GLAM wurde dann jedoch aufgelöst, weil es nach dem Fiasko rund um Dahee unmöglich war, der Band zu positiver Reputation zurück zu helfen.

Bang Sihyuk wollte ein liberales Traineesystem etablieren

Nach eigenen Worten setzt sich Bang für ein Umfeld ein, in dem die (seine Worte: unsere geliebten) Künstler glücklich leben können – nicht nur als Künstler, sondern zuerst als Menschen. Daher war es ihm wichtig, mit der Gründung von BTS schon Monate vor deren Debüt im Jahr 2013 ein relativ liberales Traineesystem zu etablieren. Es soll ein Gleichgewicht zwischen der Entwicklung der Fähigkeiten der Künstler und der Pflege von ihrem Geist sein.

Brancheninsider wissen heute, dass Big Hit ein eigenes Team an mentalen Betreuern hat, das dabei hilft, das Wohlbefinden der Künstler zu wahren und zu steigern. Es gibt keine öffentlichen Berichte darüber, wer genau dafür aktiv ist und wann die Abteilung gegründet wurde, aber die Praxis zeigt deutlich, dass sich BTS, TXT & Co. vor laufender Kamera oft sehr viel wohler fühlen als andere Branchenkollegen. Während andere Gruppen bei Awardshows steif stehen und sich kaum zu bewegen trauen, um bloß nichts falsch zu machen, führen sich BTS für ihre Fans auf und bringen sie zum Lachen. Merkt euch das übrigens, denn dazu kommt später noch etwas Wichtiges.

Teil dieses liberalen Systems ist auch, dass die Künstler nicht in ihrer Musik eingeschränkt sein sollen. Sie selbst haben ein maximales Mitspracherecht, was ihre Musik anbelangt, waren zwar zunächst vor und kurz nach ihrem Debüt dazu angehalten, auf Bang zu hören, der schließlich auf jahrelanges Branchenwissen zurückgreift, entscheiden aber mittlerweile selbst, welche Songs von ihnen auf Alben gelangen und welche geschriebenen Songs Dritter sie annehmen. Von Beginn an war es Bang dabei ein Bedürfnis, dass BTS das Produktionsteam des Labels als Hilfestellung und nicht als Vorgabe ansehen. Sie sind im Gegenteil sogar herzlich dazu eingeladen, selbst an der Produktion mitzuwirken – was RM, Suga und J-Hope auch schon seit ihrer Traineezeit aktiv tun.

Und genauso geht es mit allen Künstlern, die nun nachkommen, auch weiter. Zwar mischt sich Big Hit Entertainment geringfügig in die angekauften Labels und damit in die Tätigkeit von GFRIEND, SEVENTEEN & Co. ein, aber das betrifft rein die eigene Unternehmensphilosophie. Bei jedem Kauf wird grundsätzlich garantiert, dass die Unternehmen ihre Unabhängigkeit in allen Belangen behalten, welche die Produktion der Künstler betrifft. Unterstützung bekommen sie jedoch jederzeit von Big Hit und dessen Produktionsteam, wenn diese gewünscht ist. So haben sich zum Beispiel GFRIEND unmittelbar nach ihrem ersten Release unter Big Hit Entertainment unglaublich dankbar gezeigt und erwähnten während einem Auftritt in Weekly Idol, dass ihnen für den Release Hilfe von allen Seiten zugekommen ist.

Source Music wurde ein Label unter Big Hit. Seit wir ein Label sind, haben uns der CEO und die Mitarbeiter des Unternehmens sehr geholfen. Sowon von GFRIEND

Generell gilt der Grundsatz der künstlerischen Freiheit. So können die Künstler weitestgehend selbst darüber entscheiden, über welche Kanäle sie mit den Fans kommunizieren und was sie in Zeiten machen, in denen gerade keine aktiven Promotions stattfinden. Einzig die Plattformen, über die überhaupt kommuniziert werden kann, werden vom Label vorgegeben. So kommt es zum Beispiel nicht einfach zu einem Clubhouse Account von einem der Member, ohne dass das zuvor vom Label abgesegnet wird.

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Künstler & Mitarbeiter fühlen sich wohl – und das merkt man

Es gibt einzelne Situationen, die fragwürdig gewesen sind – ihr habt den erwähnten Artikel bestimmt gelesen. So etwa den Staff-Member, der seine Hang gegen Jungkook erhebt oder der Manager, der Jin als Schwein bezeichnet hat, weil er dessen Meinung nach zu viel gegessen hat. Big Hit Entertainment steht hierzu im ständigen Austausch mit Fans und Künstlern und auch, was die Sasaengs unter den Mitarbeitern angeht, wird regelmäßig daran gearbeitet.

Das Label selbst hat Statements dazu angegeben, dass man sich über die Situation mit den Sasaengs gewahr sei. Der Manager, der seine Hand erhoben hat, wurde sofort fristlos gekündigt. So ein Verhalten duldet man nicht. Gleichzeitig gibt das Label auch den Hinweis, dass man so etwas im Vorhinein nicht wissen kann – und damit haben sie recht. Man kann den Leuten nur vor den Kopf schauen und wer eine Gruppe wie BTS unter seinen Fittichen hat, deren Popularität schlagartig explodiert, hat einen Moment lang händeringend um Personal zu kämpfen. Und da stellt man schnell mal auch Leute ein, ohne sie genauer beleuchten zu können. Mittlerweile hat das Label sich stark verbessert, was den Bewerbungsprozess angeht. Jobportale in Korea loben das Unternehmen, nicht nur durch seinen mittlerweile sehr ausgefeilten Bewerbungsprozess, sondern auch durch die vielen Vorteile, von denen der Staff profitiert.

Katastrophenhilfsfonds, große Büroräume, ein Snackautomat mit kostenfreiem Inhalt, ein kostenloser Gesundheitscheck, die unlimitierte Möglichkeit, sich bei Bedarf einen Tag frei zu nehmen – das sind nur ein paar der Dinge, die Big Hit Entertainment seinen Angestellten bietet. Mehr könnt ihr hier nachlesen. Kein Wunder, dass eine Zeit lang regelrecht eine Flut an Angestellten anderer Labels zu Big Hit übergelaufen sind! Und das gilt für alle Bereiche, nicht nur für KPOP. Big Hit ist ja mittlerweile auch im IT-Feld sehr stark unterwegs, auch hier sind dutzende von Mitarbeitern von Naver und Kakao zum Label übergelaufen – dabei zählen beide Unternehmen zu den aktuell beliebtesten Arbeitgebern!

Big Hit zahlt auch die höchsten Gehälter innerhalb der gesamten Entertainment Industrie. Das bezieht sich nicht nur auf die Künstler.

Big Hit sieht sich als Familie – und zwar wörtlich

Dass man schnell mal das Wort “Family” im Bezug auf ein Label hört, kennen wir. Meist hat es aber einen fahlen Beigeschmack, weil von dieser familiären Stimmung hinter den Kulissen nichts zu sehen ist. Im Fall von Big Hit ist es anders, und dazu gibt es massenhaft Beweise.

  • Der Staff kommentiert die ganzen Bangtan Bombs, Run BTS! etc. und beweist dabei stets einen herzhaften Humor, der nie unter die Gürtellinie geht und die Künstler herabwürdigt.
  • In vielen Behind The Scenes Videos ist zu sehen, wie sie miteinander lachen und scherzen.
  • Es gibt ein Video, bei dem ein Staff-Member zu weinen beginnt, nachdem sich Jungkook bei einer Rede bei dem Team bedankt.
  • Der hauseigene Produzent SlowRabbit ist in Tränen ausgebrochen, als BTS ihren ersten Artist of the Year Award verliehen bekommen haben.
  • Und auch sonst wird gejubelt, gefeiert und sogar auf die Bühne gelaufen, wenn die Künstler, mit denen sie eng zusammenarbeiten, einen Preis gewinnen.
  • Künstler feiern Preisverleihungen miteinandner, BTS begleiten Bang auf die Bühne, begleiten ihren Chreografen Song Sundeuk auf die Bühne und sorgen dafür, dass sie die geballte Aufmerksamkeit während ihrer Rede erhalten. Gleichzeitig lassen sie diese Energie auch TXT kurz nach deren Debüt zukommen, als sie mit Boy With Luv einen Preis nach dem anderen in Musikshows gewinnen und die Rookies nicht von der Bühne lassen, um auf sie aufmerksam zu machen.
  • Song Sundeuk selbst hat besonders zu Beginn von BTS selbst als Backgroundtänzer mitgeholfen.

Auf Jobbörsen und in Portalen, bei denen man Arbeitgeber bewerten kann, wird stets hervorgehoben, dass man sich weder durch Produzenten, noch durch Künstler, die bei Big Hit arbeiten, negativ fühlt. Man würde von ihnen auf derselben Augenhöhe behandelt – etwas, das in der KPOP Branche leider selten ist.

Wie gut zahlt Big Hit Entertainment seine Künstler & Mitarbeiter?

Sehen wir uns zuerst die Künstler an, dazu rufe ich noch einmal eine Gegenüberstellung in Erinnerung, die schon im erstern Artikel dieser Serie vorgekommen ist.

Die Aufteilung der Gehälter erfolgt nach verschiedenen Feldern. Die nachfolgende Liste ist absteigend danach geordnet, wer seine Künstler am besten bezahlt, damit bezahlt also Big Hit Entertainment seine Künstler am besten. Die Aufteilung gestaltet sich wie folgt: Zahl 1 = Labelanteil, Zahl 2 = Künstleranteil, die Werte sind Prozentangaben.

Big Hit Entertainment

  • Physikalische Verkäufe: 50-50
  • Physikalische Verkäufe bei nachproduzierten Alben: 30-70
  • Events: 40-60
  • Überseepromotions: 30-70
  • Vertragslaufzeit: 7 Jahre

YG Entertainment

  • Physikalische Verkäufe: 50-50
  • Physikalische Verkäufe bei nachproduzierten Alben: 30-70
  • Events: 40-60
  • Überseepromotions: 50-50
  • Vertragslaufzeit: 7 Jahre

JYP Entertainment

  • Physikalische Verkäufe: 50-50
  • Physikalische Verkäufe bei nachproduzierten Alben: 30-70
  • Events: 60-40
  • Überseepromotions: 50-50
  • Vertragslaufzeit: 7 Jahre

FNC Entertainment

  • Physikalische Verkäufe: 60-40
  • Physikalische Verkäufe bei nachproduzierten Alben: 60-40
  • Events: 60-40
  • Überseepromotions: 50-50
  • Vertragslaufzeit: 7 Jahre

SM Entertainment

  • Physikalische Verkäufe: 95-5
  • Physikalische Verkäufe bei nachproduzierten Alben: 90-10
  • Events: 60-40
  • Überseepromotions: 30-70
  • Vertragslaufzeit: 7 Jahre

Und auch hier übrigens nochmal: Nein, das ist kein Tippfehler! SM Entertainment behält wirklich 95 % der Umsätze von physikalischen Albenverkäufen ein, bei nachproduzierten Alben noch immer 90 %.

Nur Überseepromotions bringen den Künstlern von SM deutlich mehr ein, nun überlegt einmal, wie oft ihr Künstler des Labels schon einmal bei internationalen Aktivitäten gesehen habt – im Gegensatz zu Mitbewerbern.

In Bezug auf die Gehälter der Mitarbeiter sind diese nur für die “Big Three” und Big Hit Entertainment verfügbar. Details könnt ihr hier nachlesen, nachfolgend findet ihr die Kurzform:

  • Big Hit Entertainment: rund 63.000 US-Dollar im Jahr, laut Brancheninsidern kein Gender Pay Gap
  • SM Entertainment: Frauen rund 30.000 US-Dollar, Männer rund 37.000 US-Dollar
  • JYP Entertainment: Frauen rund 33.000 US-Dollar, Männer rund 36.000 US-Dollar
  • YG Entertainment: Frauen rund 28.000 US-Dollar, Männer rund 36.000 US-Dollar
Solche Beiträge sind immer Brutto!

Big Hit Entertainment verschuldet seine Künstler nicht

Das hartnäckige Gerücht, dass Big Hit Entertainment seine Künstler verschuldet, wie es in der KPOP Branche eigentlich üblich ist, stimmt nicht. Das wurde vom Label bereits mehrfach dementiert. Es wird ausdrücklich betont, dass man die Kosten, die durch die Produktion eines neuen Künstlers zustandekommen, als Investition angesehen werden.

Selbstredend hat das bei BTS noch nicht so geklappt, wie das nun für TXT und nachfolgende Gruppen der Fall ist, aber sobald die Bands ihren ersten Release rausbringen, fließt auch schon das erste Gehalt.

Big Hit Entertainment legt sich für die eigenen Künstler mit der KPOP Branche an

Nun, da sie ausdrücklich einer der Marktführer sind, haben sie es natürlich um einiges leichter. Aber auch davor schreckte man schon nicht zurück, sich mit der KPOP Branche anzulegen, wenn es denn zum Wohle der Künstler war.

Ein sehr prominentes Beispiel dafür ist die Art und Weise, wie Big Hit Entertainment die Sache mit Reality Shows angegangen ist. Einige wenige Male waren BTS in Shows zu Gast, wo sie von den Hosts gedemütigt wurden; hier kurz ein paar Beispiele:

  • Jungkook war alleine in der Show Flower Crew zu Gast, wo er dem Cast Burger mitgebracht hat, die sich abfällig darüber geäußert haben und es nicht annehmen wollten. Er war sichtlich verletzt und deutete den Fans, dass sie nicht für ihn voten sollen, damit er nicht in die nächste Runde kommt.
  • Jin war bei Law of the Jungle dabei, worauf er sich schon sehr gefreut hatte, dann aber durch schlechte Sicherheitsvorkehrungen durch den dortigen Staff zu lange getaucht ist und dadurch in eine gefährliche Situation gekommen ist. Er dehydrierte und brauchte medizinische Behandlung.
  • Als die ganze Gruppe bei Weekly Idol zu Gast war, brachte Yoongi einen Song für Doni und Coni, die Hosts mit. Diese machten sich darüber lustig und brachen das Vorspielen ab.
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Big Hit Entertainment beschloss, dass es reichen würde und sie führten mit Run BTS! ihre eigene Reality Show ein, bei der sie ausschließlich auf Formate zurückgreifen konnten, die den Jungs Spaß machen würden und vom eigenen Staff ausgearbeitet werden. Andere Künstler beim Label haben ebenso Entscheidungsfreiheit – und werden von dem Label nicht darin blockiert, solche Talkshows & Co. nach Lust und Laune zu besuchen, wenn denn eine Einladung dazu bei ihnen eingeht. Auch BTS machen vereinzelt bei Programmen mit, wenn das Interesse von beiden Seiten da ist.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist der Auftritt bei MBC’s Gayo Daejejeon im Jahr 2014. BTS, die zuvor tagelang für eine tolle Performance trainiert hatten, wurden mehr schlecht als recht bei ihrem Auftritt gefilmt. Meist von extrem weit weg, was es schwer machte, die Jungs von den Backgroundtänzern zu unterscheiden. Knapp eine Woche später lud man daher auf dem eigenen YouTube Kanal ein Video dazu hoch – in spottendem Ton aus verschiedenen Kameraperspektiven.

2017 kursierten Gerüchte darüber, dass BTS angelbich von den ISAC, also den Idol Star Athletics Championships gebannt worden waren, weil sie mehrere Selfies veröffentlicht haben und man so penibel dagegen vorgehe, dass schon im Vorfeld Infos über die laufende Veranstaltung nach außen dringen könnten. Das wurde von keiner der Seiten bestätigt, Big Hit deutete jedoch an, dass einfach keine Zeit dazu vorhanden ist. Dass dann später für die 100. Folge von Run BTS! die Halle angemietet wurde, könnte Zufall sein, oder aber zum bissigen Zynismus des Unternehmens passen – das müsst ihr für euch selbst entscheiden. Gedisst wurden die ISAC in der Folge jedenfalls mehrere MAle.

Außerdem besteht seit Dezember 2019 ein anhaltender Streit zwischen Big Hit und MBC. Als BTS im Jahr 2019 nach New York für die besondere Neujahrsfeier am Times Square eingeladen wurden (Dick Clark’s New Year’s Rockin’ Eve), konnten sie natürlich nicht beim alljährlichen Silvesterprogramm von MBC dabei sein. Nun hat es eben schon 2014 diesen Dämpfer gegeben, plötzlich waren weder TXT, noch GFRIEND, die damals schon durch den Zusammenschluss von Source Music und Big Hit zu Big Hit Labels gehörten, zu Gast bei den Festlichkeiten.

Fans waren in Rage, warfen MBC zahlreich vor, dass man Künstler blockieren würde, weil man eingeschnappt sei, dass BTS nicht dort sei – immerhin waren sie auch bei den Jahresendprogrammen von SBS und KBS zu Gast, da die eben nicht genau auf Silvester fielen. Seitens MBC wurde das jedoch dementiert, eine Entschuldigung blieb aus. Seither schaltet Big Hit Entertainment auf stur. Das war nun der springende Punkt, an dem die Beziehungen bis auf Weiteres gekappt wurden und seither kein Künstler mehr bei Music Core auftritt, der zum Label gehört. Statements, wie jenes über SEVENTEEN, nachdem Pledis Entertainment von Big Hit Akquiriert wurde, oder jenes über GFRIEND, zeigen, dass Big Hit ein klares Statement gesetzt hat und so nicht mit seinen Künstlern umspringen lässt.

Fans der beiden Gruppen waren davon zwar zunächst verärgert, weil GFRIEND und SEVENTEEN davor natürlich bei Music Core aufgetreten sind, aber im großen Ganzen betrachtet, macht das natürlich Sinn, weshalb sich der Unmut darüber auch schnell gelegt hat. Und wenn einer aufkommt, dann meist gegenüber MBC und insbesondere seitens der CARAT, dem Fandom von SEVENTEEN. Denn die Band hat eine wichtige emotionale Geschichte im Bezug auf Music Core, nämlich was ihren ersten Musikshowgewinn und ihr Debüt und alles anbelangt. Dass sie dann von MBC nur wenige Monate nach dem Anschluss an Big Hit in diesen Streit gezogen wurden, sorgte damals für großen Unmut.

Trotz allem wurde dann im September 2020 eine Radioshow von BTS bei MBC übertragen, in der sie Dynamite promotet haben.

War das nun womöglich ein Schritt der Annäherung, kam es kurz später wieder zum Zerwürfnis. Als Big Hit das eigene große Jahresendkonzert mit sämtlichen dort unter Vertrag stehenden Künstlern verkündet hat, flogen BTS und TXT aus den Mu-beats Pre-Votes für Music Core. Ein klares Statement, das MBC auch einen ziemlichen Shitstorm eingebracht hat. Beide wurden später wieder hinzugefügt.

Big Hit ist ein Vorreiter, was rechtliche Belange betrifft

Sowie man es sich leisten konnte, wurde ein eigenes Rechtsteam im Unternehmen gegründet, das sich darauf fokussiert, die Künstler zu schützen. Hasspostings, Verleumdungen und dergleichen werden ausnahmslos zur Anzeige gebracht.

Darüber hinaus wurde ein geschichtsträchtiges Gerichtsverfahren von Big Hit Entertainment gewonnen, und zwar im Oktober 2019. Dabei ging es darum, dass von der Firma I verschiedenes Merchandise von BTS veröffentlicht wurde, ohne dass das zunächst mit dem Label oder den Künstlern abgesprochen war. Dazu zählen Photobooks, Poster und Schmuck. Verkauft wurden sie international und in einem Paket für rund 340 US-Dollar. Das führte zu einem Rechtsstreit im Sinne des Urheberrechts und im Weiteren auch wegen dem hierzulande bekannten Recht am eigenen Bild. Letzteres ist in Korea nicht etabliert – gewesen!

Als der Oberste Gerichtshof zugunsten von Big Hit entschied, wurde so ein Gesetz damit in Korea ins Rollen gebracht. Zuvor hat es gar keine Gesetzestexte gegeben, die so etwas stichfest gesichert hätten.

Man hört weitestgehend auf die Fans

Auf der einen Seite lässt Big Hit natürlich nicht die kreative Freiheit der Künstler durch Fans in Gefahr bringen. Wünschen sich die beispielsweise unbedingt neue Releases, sind die Künstler aber noch nicht so weit, werden sie auch vom Label nicht dazu gedrängt und stattdessen die Fans mit anderen Inhalten besänftigt. Andererseits gibt es Aspekte, in denen man auf die Fans hört. So hat es zwar seine Zeit gedauert, aber viele der neuen Inhalte wie Bangtan Bombs werden mit englischen Untertiteln versehen, was sich zuvor von den Fans massenhaft gewünscht wurde.

Auch gibt es einige Dinge, auf die wir in unserem langen Artikel über BTS & Social Justice genauer eingehen, die an dieser Stelle positiv hervorgehoben werden sollten. So führte Big Hit vor einem Auftritt bei einem Konzert in Saudi-Arabien zuvor eine Schulung durch, die BTS wie auch den Staff darin schulten, sich rücksichtsvoll auf die muslimische Kultur zu verhalten. Bei Konzernten in London, wie während dem Ramadan stattgefunden haben, wurde eine Pause für das Gebet eingelegt. (London hat einen hohen Anteil an muslimischen Mitbürgern)

Fazit: Ein ambitioniertes Unternehmen, das etwas verändert und aus seinen Fehlern lernt

Big Hit Entertainment hat seinen Vorsatz gehalten und wirklich etwas verändert, was die KPOP Branche angeht. Regelmäßig wird das Unternehmen von Brancheninsidern und Mitarbeitern gelobt, BTS haben ihren Vertrag erst kürzlich auf weitere sieben Jahre verlängert und dass sämtliche Künstler nur lobende Worte für das Unternehmen haben, spricht für sich. Big Hit führt die Branche in Sozialleistungen und in den Gehältern an, die Künstler werden von keinem anderen Label so gut bezahlt und aus den Fehlern, die man an dieser Stelle keinesfalls kleinreden darf, wird stets gelernt und es im Anschluss besser gemacht. Genau das ist es ja, was man sich eigentlich von einem Unternehmen wünscht, das so sehr von seinen eigenen Künstlern und Mitarbeitern abhängig ist.