Jasu – Besondere koreanische Stickkunst picture credit: shaire productions

In Korea ist die Stickkunst sehr beliebt und modern. Unter dem Begriff Jasu wird sie von Jung und Alt vollzogen. Manchmal künstlerisch, manchmal, um Hanboks zu zieren und wieder andere Male, um damit eigene Stoffe für ein Bojagi zu zieren. Als Tourist findet man in Korea Stickereien ganz besonders in Läden, die viele handgemachte Artikel führen.

Koreanische Stickereien stechen insbesondere deshalb hervor, da sie sehr dreidimensional wirken. Die Fäden werden gedreht, zerstückelt, abgewechselt und in ganz unterschiedlichen Weisen in Szene gesetzt, um dann kleine Kunstwerke zu erschaffen. Das ist zum Beispiel in diesem Video sehr gut ersichtlich:

Allerdings unterteilt man das Jasu in verschiedene Kategorien:

  • Bosik Jasu ist die Stickerei auf Kleidung.
  • Kiyong Jasu ist die Stickerei auf verschiedenen Materialien, die im Königspalast verwendet werden.
  • Gamsang Jasu wird heute nicht mehr bzw. nur noch selten angewendet und war früher eine Art künstlerisches Werk.
  • Buddhistisches Jasu kommt natürlich aus dem Buddhismus. Es wurde in den Statuen Buddhas oder in verschiedenen Tempeln verwendet.

Jasu hat in der prähistorischen Zeit begonnen, als die Menschen anfingen, Kleidung herzustellen.

Die Geschichte des Jasu

Es besitzt eine lange Geschichte mit Relikten wie Spindelkarren, Knochen- und Steinnadeln sowie komplexen Nadelbeuteln aus der prähistorischen Zeit. Mit der Entwicklung von Textil- und Färbetechniken wuchs auch die Raffinesse des koreanischen Jasu, beispielsweise durch die Verwendung von goldenen Fäden und hochwertiger Seide. Auch Fäden wurden damals bereits durch natürliche Hilfsmittel gefärbt.

Während der Goryeo-Dynastie wurde koreanisches Jasu extrem luxuriös. Schon damals entwickelten sich die zuvor vier erwähnten Arten heraus. Nur das Bosik Jasu wurde zum Dekorieren von Kleidung verwendet. Da diese nach sozialem Status geregelt war, gab es strenge Regeln, die dabei eingehalten werden mussten. Beispielsweise durften gewöhnliche Männer und Frauen ihre Seide keinesfalls mit Drachen- oder Phönixmustern verzieren. Auch goldene Fäden durften sie nicht verwenden. Während der Joseon-Dynastie war dann schließlich die Gesetzgebung des Hyungbae-Systems (das Gesetz der offiziellen Insignien) für die Entwicklung des koreanischen Jasu von großer Bedeutung.

Im Palast gab es eigenes Personal für Jasu

Nicht nur das; sogar ein spezialisierter Stickereiraum, Subang genannt, wurde für dieses Personal eingerichtet. Frauen, die sich für diesen Posten bewarben, mussten ein hohes Niveau an Ausbildung vorweisen, um überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Auch ein entsprechendes Fachwissen mussten sie dazu unter Beweis stellen.

Zu dieser Zeit bürgerte es sich dann ein, dass Jasu, welcher vom gewöhnlichen Volk hergestellt wurde, als Minsu bezeichnet wurde. Übersetzt bedeutet das Volksstickerei. Durch die vielen Auflagen und den Umstand, dass jeder, der viel Talent und umfangreiches Wissen hatte, in den Palast zum Arbeiten ging, waren die Minsu nur sehr einfach und glichen alle einem gewissen Standard. Normale Bürger durften bestickte Kleidung dann auch nur noch zu zeremoniellen Anlässen in Form eines Hanboks tragen. Etwa zu ihrer Hochzeit. Auch einzelne Gegenstände wie zum Beispiel Kinderhüte, -westen und -gürtel durften bestickt und vom gemeinen Volk ausgeführt werden.

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