Welcome to Dongmakgol

Im Rahmen des Seoultembers wurde mir der Debütfilm des Regisseurs Park Kwanghyun empfohlen aus dem Jahr 2005. Tatsächlich hatte ich persönlich nur dank dem Klassiker Oldboy Kontakt zum südkoreanischen Kino aber nach dem Ansehen dieses Filmes bin ich ziemlich neugierig, was die Südkoreaner noch zu bieten haben.

Basierend auf dem gleichnamigen Bühnenwerk von Jang Jin spielt „Welcome to Dongmakgol“ 1950 zu Beginn des Koreakrieges.

Originaltitel
웰컴 투 동막골
Regisseur
Park Kwanghyun
Erscheinungsjahr
2005
Genre
Drama
Film kaufen
Filmdauer
133 Minuten
Schauspieler
Jung Jaeyoung als Chief Comrade Lee Suhwa

Shin Hakyung als 2nd Lt. Pyo Hyunchul

Kang Hyejung als Yeoil

Im Haryoung als Jang Younghee

Seo Jaekyung als Army Medic Mun Sangsang

Ryu Deokhwan als Seo Taekki

Steve Taschler als Smith

Ein US-amerikanisches Flugzeug stürzt in der Nähe eines abgelegenen Dorfes, die von der Außenwelt und dem Krieg abgeschnitten erscheint, ab. Der Pilot Neil Smith (Steve Taschler) überlebt den Absturz und wird von den Einheimischen verarztet. Diese haben absolut keine Ahnung von moderner Technik und wissen nichts vom Konflikt zwischen Nord- und Südkorea. In der Nähe des Dorfes geraten nordkoreanische Truppen in einem Hinterhalt der Südkoreaner, bei dem nur drei Soldaten überleben. Rhee Soo-hwa (Jung Jaeyoung), Jang Younghee (Im Haryong) und Seo Taekgi (Ryu Deokhwan) gelingt die Flucht durch eine Bergpassage. Dabei werden sie von einem sonderbaren und lebensfröhlichen Mädchen, Yeoil (Hang Hye) gefunden. Diese führt sie zum Dorf, wo die nordkoreanischen Soldaten zu ihrer Überraschung zwei südkoreanische Soldaten, Pyo Hyunchul (Shin Hakyun) und Mond Sangsang (Seo Jaekyung), treffen. Beide sind von ihrer Einheit desertiert und wurden ebenfalls in das Dorf gebracht in dem der US-Pilot verarztet wurde. Die Situation droht zu eskalieren als alle Soldaten ihre Waffen heben und die Bewohner in Schach halten. Diese wissen aber gar nicht was vor sich geht und fragen die Soldaten warum sie mit „komischen Stöcken“ aufeinander zeigen. Es vergehen paar Tage und einer der Soldaten lässt aus Müdigkeit eine Granate fallen. Sofort stürzt sich Pyo heldenhaft auf die Granate… wundert sich aber warum diese nicht explodiert. Leichtfüßig schmeißt er den Blindgänger über die Schulter und jagt versehentlich das Lagerhaus in die Luft, in dem die Dorfbewohner ihre Wintervorräte aufbewahren und lässt Popcorn über das Dorf regnen. Die Soldaten akzeptieren nach diesem Missgeschick ihre Schuld am Verhungern des Dorfes, legen ihre Differenzen beiseite und helfen gemeinsam den Dorfbewohnern bei der Ernte. Wird dies ihnen gelingen? Das müsst ihr schon selbst sehen.

„Seu-Miss! Seu-Miss! Seu-Miss!“

Bei „Welcome to Dongmakgol“ (in UK auch als Battleground 625 bekannt) handelt es sich um einen Anti-Kriegsfilm, der sowohl den Terror und die Zerstörung des Konfliktes als auch die schönen, herzerwärmenden Momente des Friedens verbildlicht. Leider lässt das Cover der britischen DVD einen Kriegsporno sondergleichen vermuten, dies ist jedoch absolut nicht der Fall und sehr missführend. Die musikalische Begleitung dieses Meisterwerks wurde von niemand geringerem als Joe Hisaishi komponiert (der u.a. auch für Prinzessin Mononoke und Chihiros Reise ins Zauberland komponierte). Die Musik trägt wunderbar zur idyllischen Stimmung im Dorf bei und lässt diesen Film leichtherzig anfühlen. Allgemein ist es sehr bemerkenswert wie der Regisseur mit dem Thema des Koreakrieges umgeht… und das bei seinem Debütfilm. Alle Parteien, die für den Konflikt verantwortlich waren kriegen ihr Fett ab und es wird den Soldaten (selbst durch Sprachbarrieren) klar, dass sie sehr viele Unschuldige bei dem Kampf für Ideologien reinziehen. Bemerkenswert sind auch die tonalen Schwingungen im Film. Mal wird es witzig, mal tragisch, mal etwas goofy (z.B. die Slow-Motion-Szenen beim Wildschweinjagd), mal leichtherzig, mal niederzerschmetternd, mal hoffnungsvoll und das ohne zu viele Wahrheiten des Krieges reinzustopfen. Klar ist Krieg furchtbar und der Film nimmt diese auch Ernst, trotz der überwiegenden Positivität. Es ist jedoch sehr schön zu sehen wie Soldaten verschiedener Armeen versuchen zu koexistieren, für Unschuldige Zivilisten zusammenarbeiten und lernen sich gegenseitig wie Brüder zu sehen in einer Zeit voller Missverständnisse, Streit und Angst.

Fazit

Ein wunderschöner, unterhaltsamer Anti-Kriegsfilm, der den Titel „viert-erfolgreichster südkoreanischer Film aller Zeiten“ absolut verdient und sogar der offizielle Beitrag von Südkorea bei der Oscarverleihung 2005 war. Trotz einiger heftiger Szenen, lässt der Film die Zuschauer mit einem fröhlichen, warmen Gefühl zurück. Die riesigen Berglandschaften Koreas fängt die Kamera wunderbar ein, man sympathisiert mit den Figuren und wünscht sich mit den Menschen im Dorf eine idyllische Zeit zu verbringen.

Definitiv ein Film, den man gesehen haben muss.

Gesamtbewertung
https://www.ansoko.info/wp-content/uploads/stern_halb.png

Letzte Aktualisierung am 22.11.2019 um 01:42 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

News Reporter
- Werbung -
error: Dies ist ein Kopierschutz.