Die Badekultur in Korea
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In Südkorea wurden die ersten Badehäuser von Japanern gebaut und 1924 eröffnet. Die Japaner forderten die Koreaner auf, in den Badehäusern zu baden. Dies wurde von den Koreanern abgelehnt. Es galt als Schande sich nackt vor anderen zu baden und war deshalb nicht sehr populär. Damals gab es nur auf dem Lande die Möglichkeit ab und an in den Flüssen zu baden. In der Stadt waren die öffentlichen Badehäuser aber der einzige Ort wo man baden durfte und sie wurden deshalb immer beliebter.

Sich gegenseitig mit rauen Tüchern den Rücken zu waschen und zu schrubben, bis die Haut rot war und sich fast pellte, gehörte zur Familien-Tradition.

Die Badekultur wurde auch am Königshof gelebt. Aber wie die Königinnen badeten wurde leider geheim gehalten. Dokumente stellen dar, wie eine Königin badete, nachdem sie ein Kind geboren hatte. Dem Wasser wurden verschiedene Zutaten wie Beifuss oder Wasser, indem vorher Walnüsse oder Pfirsich- und Pflaumensteine gekocht wurde, beigegeben. Auch Thronfolger wurden an bestimmten Tagen in speziellem Wasser gebadet.

Noch heute ist es in Korea verboten, in den Seen zu baden. Ein weiterer Anstoss, für die Koreaner, Badehäuser zu besuchen.

An dem sogenannten Judu-Tag, am 15. Juni des Mondkalenders, wuschen sich die Frauen ihre langen Haare mit Kalmus. Dies geschah in der Nacht, bei Mondschein, an den Flüssen und Bächen. Die Frauen der Yangban Familien nutzten dafür Wasser, welches vorher Blumenblüten eingelegt hatte und dadurch eine rötliche Farbe bekam. Um Krankheiten zu heilen, wurde in heissen Mineralquellen oder in Dampfbädern gebadet. Diese Bademetoden sind auch heute noch sehr beleibt.

Ursprünglich wurden die Badehäuser aus rein hygienischen Bedürfnissen besucht. Heutzutage dienen sie der Gesundheits- und Schönheitspflege. Sie werden genutzt um zu relaxen und sich von Stress zu befreien, um die Haut zu pflegen oder um Krankheiten zu heilen.

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So sieht ein koreanisches Badehaus, ein Jjimjilbang aus. picture credit: Choi Kwangmo

Nicht nur der Grund des Besuches hat sich verändert, auch die Art der Badewannen. Früher waren diese klein und man schöpfte sich mit einer Kelle Wasser daraus. Mit der Zeit wurden die Wannen grösser, um darin zu sitzen oder zu liegen. Die Mischung der richtigen Wassertemperatur geschieht heute automatisch und muss nicht mehr manuell, an zwei Drehknöpfen, eingestellt werden.

Heutzutage bieten die Badehäuser viel mehr als nur Waschplätze, um sich gegenseitig den Rücken zu waschen. Saunen sowie Imbissbar, Massagesalon und/oder ein Friseursalon ergänzen das Angebot. Sport zu treiben, schwitzen, sich ausruhen, schlafen und essen sind nur einige der Möglichkeiten. Häufig treffen sich auch Freunde oder Geschäftspartner um gemeinsam zu entspannen.

Die Badekultur in Korea basiert derzeit auf traditionellen und kommerziellen Elementen. Es gehört zur Kultur, sich gegenseitig die Haut zu reinigen und dabei kräftig mit einem Tuch abzureiben. Diese Kultur gibt es zum Beispiel in Japan nicht. In jedem Badehaus findet man deshalb das Angebot des Rücken Waschens. Ergänz wird dieses Angebot mit Schlammpackungen, Haare waschen oder Öl-Massagen. Für die unterschiedlichen Massagen werden verschiedenen Produkte wie Schlamm, in Bambusröhren geröstetes Salz, Alkohol oder Seetag eingesetzt. Diese Produkte unterscheiden sich zu den gängigen Massagen in Thailand oder der Aroma-Therapie in Singapur.