The Chaser

Der Zuhälter und ehemalige Polizist Eom Joongho (Kim Yoonseok) hat ein Problem. In letzter Zeit sind zwei seiner Call Girls verschwunden. Da er ihnen einen Vorschuss gegeben hat, vermutet er, dass sie sich aus dem Staub gemacht haben.

Doch just als mit der alleinerziehenden Mutter Kim Mijin (Seo Yeonghee) eines seiner Call Girls auf sein Drängen hin einspringt, stößt Eom Joongho auf einen beunruhigenden Zusammenhang: Die beiden verschwundenen Prostituierten hatten zuletzt denselben Kontakt. Eben jenen, zu dem Kim Mijin unterwegs ist! Als Eom Joongho sie telefonisch bittet, bei Gelegenheit die Adresse des verdächtigen Kontakts durchzugeben, sowie sie dies kann, willigt sie ein. Doch der erwartete Anruf kommt nie. Und auch er kann sie nicht erreichen.

Originaltitel
추격자
Regisseur
Na Hongjin
Erscheinungsjahr
2008
Genre
Thriller
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Filmdauer
123 Minuten
Schauspieler
Kim Yoonseok als Eom Joongho

Ha Jungwoo als Ji Yeongmin

Seo Yeonghee als Kim Mijin

Koo Bonwoong als Ohjot

Kim Yujeong als Eunji

Jeong Ingi als Detective Lee

Park Hyoju als Detective Oh

Choi Jeongwoo als Polizeichef

Min Kyeongjin als Einsatzleiter

Schon bald muss Eom Joongho erkennen, dass die Frauen nicht etwa weiterverkauft wurden, wie er es zunächst angenommen hat. Ihnen ist weit Schlimmeres zugestoßen! Auf der Jagd nach Hinweisen sowie schließlich nach dem Täter selbst kommt Eom Joongho sein eigener krimineller Hintergrund in die Quere. Insbesondere da er nun noch auf die kleine Tochter von Kim Mijin aufpassen muss, kommt er nicht umhin, seinen Anteil am Schicksal der Frauen zu hinterfragen.

Atmosphärisch nur solange gut, bis man ins Grübeln kommt. The Chaser ist von der Präsentation her ein Thriller, der im vertrauten Gewand daherkommt. Alles wird sehr kompetent und routiniert präsentiert, ohne das Rad neu zu erfinden. Auch die Schauspieler gehen in Ordnung. Die Gewaltdarstellungen sind zwar implizit durchaus heftig, werden aber nicht unmittelbar gezeigt. Die musikalische Untermalung ist eher zurückhaltend, erzeugt jedoch zumeist die gewünschte Wirkung.

Atmosphärisch vereint der Film Elemente eines Thrillers sowie eines Krimis. Allerdings leidet Letzteres etwas darunter, dass es die ganze Zeit überhaupt keinen Zweifel an Identität und Schuld des Täters gibt, da dieser schon sehr früh im Film klar offenbart wird. Kann man machen. Hat bei Columbo ja schließlich auch geklappt. Allerdings hatte Columbo auch etwas, was diesem Film abgeht: gute Drehbuchautoren. Mehr dazu gleich.

Wesentlich wirkungsvoller sind dabei die Thriller-Anteile, die mit Blick auf das Schicksal von Kim Mijin zu gegebener Zeit Hoffnung machen oder diese schmälern und dadurch einen emotionalen Spannungsbogen erzeugen. Zumindest rein ästhetisch funktionieren sie. Bis man anfängt, unter die Haube zu schauen.

Bloß nicht mitdenken! Der Plot des Films ist leider nicht gut und leidet sichtbar unter einem schlechten Drehbuch. Dieses offenbart sich in Form einiger haarsträubender Logiklöcher, bei denen ganze Handlungsabschnitte einfach gar keinen Sinn machen. Was gerade mit Blick auf den Krimi-Aspekt den Film doch sehr stark herunterzieht, weil man bei solchen Filmen naturgemäß mitdenkt und so unweigerlich auf die besagten Fehler stößt. Es ist recht schwer, darauf einzugehen, ohne zu viel zu verraten. Deswegen nur so viel: Einige der Konstellationen, die sich im Plot ergeben, wirken extrem konstruiert. Meist dienen sie dazu, diverse dramatische Entwicklungen unbeholfen über das Knie zu brechen. In zwei Fällen sind sie geradewegs unglaubwürdig. Dies dreht sich vor allem darum, wie es der Killer schafft, den im Film absurd inkompetenten Polizisten mehr als einmal zu entgehen.

Zwar ist die Prämisse, die den raubeinigen, rüden aber im Grunde doch menschlichen Zuhälter-Typen gegen den kaltblütigen Killer stellt, recht vielversprechend. Doch die Umsetzung im Film ist mehr als holprig. Nicht nur, was die besagten und wirklich ärgerlichen Ungereimtheiten im Plot anbelangt. Auch die Zeichnung der Figuren fällt extrem mager aus. Dies merkt man besonders an der Figur von Kim Mijin. Ihr Schicksal dient als emotionaler Dreh- und Angelpunkt im Film. Da hilft es kein Stück, dass sie als Charakter überhaupt nicht dargestellt wird. Sie ist alleinerziehende Mutter und arbeitet als Call Girl. Und das war es. Mehr erfahren wir über sie nicht und mehr hat der Film auch nicht über sie zu sagen.

Fazit

Für mich fühlt sich The Chaser nach echtem Potenzial an, das aber im Laufe des Films in grandiosem Ausmaß verpulvert wird. Zu oft stützt sich der Film auf die Krücke, Dinge einfach passieren zu lassen, weil sie aus dramaturgischer Sicht passieren sollen – egal ob sie Sinn machen oder nicht. Und das ist nun mal leider die rote Flagge ersten Ranges, die auf eine nicht durchdachte und schwach konstruierte Handlung hinweist. Der Killer entgeht im Laufe des Films immer wieder seinen Häschern, ohne selber besonders raffiniert zu sein. Im Gegenteil! Eigentlich geht er vor wie der letzte Trottel! Er hat einfach nur das große Glück, dass alle um ihn herum noch dämlicher sind als er selbst.

Würden wir hier über einen 08/15 Action-Film, einen Slasher B-Movie oder eine seichte Komödie sprechen, wäre mir so was herzlich egal. Aber ein Film, der seinem Thema gemäß offensichtlich ernst genommen werden will, kann sich solche Fettnäpfchen überhaupt nicht leisten. Insofern war der Film für mich eine herbe Enttäuschung.

Gesamtbewertung
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Letzte Aktualisierung am 10.12.2019 um 23:42 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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