So erhält man die koreanische Staatsbürgerschaft

Es gibt einige Situationen, die einen Ausländer dafür qualifizieren, die koreanische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Dabei muss man allerdings die eigene ablegen. 2009 gab es ein Gesetz, das es unter strengen Bedingungen ermöglicht hat, die koreanische Nationalität anzunehmen, ohne dabei die eigene zurücklegen zu müssen. Dabei musste man hochqualifiziert sein und den Abschluss einer weltrenommierten Universität besitzen. Allerdings galt diese Bestimmung nur für Korea. In Deutschland ist es zum Beispiel so, dass eine doppelte Staatsbürgerschaft nicht üblich ist. Man müsste nachweisen können, dass man auf die deutsche Nationalität angewiesen ist, damit dies möglich wird. In Korea gibt es seit 2011 neue Bestimmungen, zu denen kommen wir aber gleich noch.

Seit 2011 können diejenigen, die bei der Geburt Doppelstaatsangehörige wurden, beide Pässe behalten, wenn sie sich dazu entschlossen haben, bis zum 22. Lebensjahr Südkorea zu bleiben.

Wer kann die koreanische Staatsbürgerschaft beantragen?

  • Menschen, die seit mehr als fünf Jahren in Korea leben.
  • In Korea geborene Ausländer, die drei Jahre oder länger in Korea gelebt haben, können die Staatsbürgerschaft beantragen, wenn ihre Mutter oder ihr Vater koreanische Staatsbürger sind oder waren und sie in Korea geboren wurden.
  • Ein Ausländer, der mit einem Koreaner verheiratet ist und länger als zwei Jahre in Korea bleibt.
  • Eine Person, deren Vater oder Mutter Koreaner/in ist.
  • Kinder, deren Vater oder Mutter eingebürgert ist, können eine besondere Einbürgerung unabhängig von Alter, Familienstand oder Aufenthaltsdauer in Korea beantragen.
  • Menschen, die einen besonderen Beitrag zur Republik Korea geleistet haben.
  • Personen, die zum Zweck der Eheschließung nach Korea einwandern.
  • Personen, die nach Korea eingereist sind, als Ausländer registriert sind und sich mehr als zwei Jahre legal im Land aufhalten.
  • Ausländer, die seit mehr als drei Jahren mit einem Koreaner verheiratet sind und seit mehr als einem Jahr in Korea leben.
  • Witwen oder Witwer koreanischer Ehegatten (oder solcher, deren koreanischer Ehegatte als vermisst gemeldet wurde), die in Korea leben.
  • Ausländische Staatsangehörige, die für die Erziehung minderjähriger Kinder verantwortlich sind, die aus einer Ehe mit einem koreanischen Staatsangehörigen hervorgegangen sind.

Um Staatsbürger Südkoreas zu werden, durchlaufen die meisten Ausländer den Einbürgerungsprozess. Es gibt drei Möglichkeiten, wie man ein eingebürgerter Bürger Südkoreas werden kann.

Doppelte Staatsbürgerschaft – wann ist das möglich?

In vereinzelten Fällen ist es natürlich möglich, die doppelte Staatsbürgerschaft zu erhalten – sofern das eigene Ursprungslang das auch ermöglicht.

Eines der Elternteile muss die südkoreanische Staatsbürgerschaft besitzen, man wurde erfolgreich in Korea eingebürgert, besitzt ein herausragendes Talent, welches für die südkoreanische Republik von großer Bedeutung ist oder hat einen südkoreanischen Staatsbürger geheiratet.

Wie sucht man um die koreanische Nationalität an?

Das Antragsverfahren für die südkoreanische Staatsbürgerschaft ist umfangreich. Ein ausgefüllter Antrag muss folgendes enthalten:

  • Antragsformular (dieses Formular ist auf Koreanisch und nicht auf Englisch verfügbar)
  • Ein Farbfoto
  • Ausländerregistrierungskarte
  • Schriftliche Erklärung zur Beantragung der Staatsbürgerschaft
  • Identitätsbeweis (z. B. Lichtbildausweis)
  • Kopie der Identitätserklärung (mit beigefügtem Farbfoto)
  • Kopie der ausländischen Familienregistrierung oder der Staatsbürgerschaftspapiere (bei Beantragung einer einfachen oder speziellen Einbürgerung)
  • Ein Dokument, in dem die Angehörigen (einschließlich Kinder oder Eltern) aufgeführt sind
  • Nachweis der finanziellen Stabilität

Zum Nachweis der finanziellen Stabilität kann man eine Bankbescheinigung über einen Kontostand von mehr als 30.000.000 ₩ (umgerechnet ~22.000 €), eine Arbeitsbescheinigung oder ein Dokument des Generalstaatsanwalts beifügen, aus dem hervorgeht, dass man unselbständig beschäftigt ist.

Außerdem sollte man zwei Referenzschreiben von jemandem mit einem professionellen Titel beifügen. Das kann ein Regierungsmitglied, ein Professor, ein Anwalt, eine Führungskraft oder ein Manager, der Chef einer Abteilung oder Ähnliches sein.

Für die Bearbeitung des Antrags ist eine Gebühr in Höhe von 100.000 ₩ (~80 €) zu bezahlen. Wird der Staatsbürgerschaftsprozess von einem Heimatkonto aus finanziert, muss man den genauen Umrechnungskurs kennen. Das sollte aber für den Bankbetreuer kein Problem sein.

Rund 20.000 Personen beantragen jährlich die südkoreanische Staatsbürgerschaft. Davon bestehen rund 60 % die dafür nötigen Prüfungen.

Sobald alle erforderlichen Unterlagen bei der südkoreanischen Einwanderungsbehörde eingereicht wurden, erfolgt eine schriftliche Prüfung. Diese wird die Kenntnisse zur südkoreanischen Geschichte, Politik, Kultur und den gängigen Bräuchen testen. Es handelt sich dabei um einen Multiple-Choice-Test mit 20 Fragen. Danach erfolgt ein Interview, um die Sprachkenntnisse sowie die Einstellung zu Korea und zur liberalen Demokratie zu überprüfen. Um diesen Abschnitt zu bestehen, muss man sich auf der vierten Stufe der TOPIK (der koreanischen Eignungsprüfung) befinden. Unter anderem müssen für diesen Test die ersten vier Verse der südkoreanischen Nationalhymne gesungen werden, ohne den Text dazu von einer Seite abzulesen zu dürfen.

Der alternative Weg: geschäftliche Staatsbürgerschaft

Wer die südkoreanische Staatsbürgerschaft aus geschäftlichen Gründen anstrebt, kann ein D-8-Investorenvisum beantragen.

Hier müssen rund Sie 300 Mio. ₩ (umgerechnet etwa 280.000 €) in ein eigenes kleines Unternehmen mit Sitz in Südkorea investiert werden, um möglicherweise für dieses besondere Visum berechtigt zu sein. Die südkoreanische Regierung verlangt jedoch den Nachweis, dass das Geschäft rentabel ist, wenn das Visum verlängert wird. Einer Staatsbürgerschaft in dem Sinn kommt das allerdings nicht gleich.

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