Schluss mit Atomkraft

So der optimistische Grundgedanke, für den Präsident Moon Jaein steht. Dabei steht ihm aber eine sehr starke Industrielobby zur Seite. Die bestehenden Lobbys als auch die immer stärkere Privatisierung Südkoreas war schon immer ein großes Thema. In diesem Punkt beginnen sich die Auswirkungen hiervon allerdings nicht in negativer Form zu bestätigen. Nachdem jahrelang Proteste durchgeführt worden sind, war es nun zu Beginn der Woche endlich soweit: Der Präsident ließ in Busan den ältesten Atomreaktor von ganz Korea zum Stillstand bringen.

KORI ist der Name des Kernkraftwerks. (Zu Hangul 고리원자력발전소.) Es besteht aus insgesamt vier Reaktoren, die über eine größere Fläche verteilt sind. Hinter diesem steht ein Unternehmen namens Westing House. Die Reaktoren Nummer drei und vier wurden im Zuge der zweiten Phase des koreanischen Nuklearprogramms errichtet. Gemeinsam mit den Reaktoren eins sowie zwei von Yeonggwang als auch den Reaktoren eins und zwei von Uljin. Atomkraft galt für eine lange Zeit als möglichst grüne Energie, doch die Ereignisse auf der ganzen Welt sprechen natürlich für sich.

Zwischen den Jahren 1977 bis 1986 gingen alle genannten Reaktoren in den Betrieb. Besonders auffallend ist die Form der Reaktoren, die dem im westlichen Raum bekannten Aufbau kaum ähnelt. Ausgestattet sind die Kraftwerke mit Druckwasserreaktoren.

Atomkraftwerk KORI:
picture from IAEA Imagebank
Atomkraftwerk Yeonggwang:
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Atomkraftwerk Uljin:
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Wie ist der weitere Plan von Präsident Moon?

Baufällige Kraftwerke sollen nicht länger repariert werden und der Bau von neuen Atomkraftwerken wird ohnehin mit sofortiger Wirkung eingestellt. Ein mutiger Schritt, wenn man denn bedenkt, wie die Energieproduktion in diesem Land aufgestellt ist: 30% durch Atomkraftwerke, 40% durch Kohlekraftwerke, 30% aus sonstigen Energieoptionen, wie Wind-, Wasser-, Sonnen- und sonstige Energie. Der Anteil von wirklich erneuerbarer Energie beträgt derzeit allerdings bloß 6,6%. Zudem wird sich dieser Beschluss erst nach 2030 wirklich bemerkbar machen können. Grund dafür ist die Energiepolitik, welche Moon von seinen Vorgängern vorgelegt bekommen hat.

Präsidentin Park schloss zu ihrer Amtszeit einen großen Deal ab, der Südkorea zum größten Exporteur von Atomenergie auf dem asiatischen Markt werden lassen sollte. Bis im Jahr 2030 werden 80 Atomkraftwerke im Mittleren Osten errichtet. 400 Milliarden US-$ umfasst dieser große Deal.

Innerhalb der nächsten 40 Jahre soll Südkorea allerdings zunehmend unabhängig von Atomkraft werden. Zudem hat Südkorea vor, seinen Ausstoß von CO2 bis 2030 um ganze 37% zu verringern.

 

Quelle Titelbild:
IAEA Imagebank

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