PSY
picture credit: Eva Rinaldi

Park Jaesang, besser bekannt unter seinem Künstlernamen PSY, wurde am 31. Dezember 1977 in einer wohlhabenden Familie im Seoul’er Stadtteil Gangnam geboren. Sein Vater, Park Wonho, ist Vorstandsvorsitzender der DI Corporation, eines an der Korea Exchange notierten Herstellers von Geräten zur Halbleiterherstellung. Seine Mutter, Kim Younghee, besitzt mehrere Restaurants in Gangnam.

Name Park Jaesang 박재상
Künstlername PSY 싸이
Aktivität 2001 – heute
Labels Bidman, LNLT Ent., YG Ent, YGEX, Avex Trax, Republic, Schoolboy, P-Nation
Geburtstag 31.12.1977
Sternzeichen Steinbock
Blutgruppe 0
Größe 1,70 m

Park besuchte während seiner Jugend die Banpo Grund- und Mittelschule und die Sehwa High School. Er mochte die Schule nach eigenen Angaben nicht und gab sich daher mehr als Klassenclown.

Ich erinnere mich, dass er während des Unterrichts viele sexuelle Witze gemacht hat. Er hatte einen so großen Einfluss, dass er die gesamte Klasse zu seinen Witzen führte. Ich mochte ihn nicht zu der Zeit, aber wenn ich zurückblicke, sehe ich, dass er der Klasse eine große Energie verlieh. Ein ehemaliger Lehrer von Park

Park erzählte CNNs Alina Cho, dass er im zarten Alter von 15 Jahren eine koreanische TV-Sendung gesehen habe, in der ausländische Popmusik vorgestellt wurde. Eine bestimmte Folge zeigte ein Konzert der britischen Rockband Queen im Wembley-Stadion, wo sie 1975 ihre Hit-Single Bohemian Rhapsody aufführten. Es war nach seinen eigenen Angaben dieses Konzert, das seine Liebe zur Musik entfachte.

Sein Werdegang zum Musiker

Ursprünglich war geplant, dass er einmal die DI Corporation von seinem Vater übernehmen wird. Daher wollte Park 1996 Betriebswirtschaftslehre an der Boston University studieren. Nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten verlor er jedoch das Interesse an seinem Studium. Seine restlichen Studiengelder gab er für Musikinstrumente und Unterhaltungsgeräte aus. Gekauft hatte er sich unter anderem einen PC, ein elektrisches Keyboard und ein MIDI-Interface.

Nachdem er einen englischsprachigen Sommerkurs besucht und ein Semester lang studiert hatte, verließ er die Boston University. Stattdessen bewarb er sich um ein Studium am Berklee College of Music.

Während seiner Zeit in Berklee erhielt Park Unterricht in Gehörbildung, zeitgenössischem Schreiben und Musiksynthese. Bald jedoch brach er auch dies ab und kehrte nach Südkorea zurück, um eine Karriere als Sänger zu verfolgen, ohne Abschluss von der Boston University oder von Berklee.

In Südkorea trat er dann 2000 zum ersten Mal im koreanischen Fernsehen auf, nachdem ein Fernsehproduzent auf ihn aufmerksam geworden ist. Bereits damals tat er dies unter seinem heutigen Künstlernamen PSY.

Musikkarriere und Durchbruch als PSY

Im Januar 2001 debütierte PSY schließlich mit seinem Album PSY from the Psycho World!, für das er von den südkoreanischen Regierungsbehörden wegen “unangemessenen Inhalts” seines Albums mit einer Geldstrafe belegt wurde.

Psy war schon damals ein Hip-Hop-Sänger, der die koreanische Popmusikszene mit sehr stumpfen Texten, eigenartigen Tanzbewegungen und einem unkonventionellen Auftritt aufrüttelte, was ihm schließlich den Spitznamen The Bizarre Singer einbrachte.

Sein zweites Album trug den Titel Sa 2 und sorgte ebenfalls für Kontroversen bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2002. Es wurde von zivilen Gruppen wegen des potenziell negativen Einflusses, den sein Album auf Kinder und Jugendliche haben würde, beanstandet. Seitdem gilt PSY als umstrittener Künstler und das Album wurde noch im selben Jahr vom Verkauf an die unter 19-Jährigen ausgeschlossen.

Im September desselben Jahres veröffentlichte der Musiker nichts desto trotz sein drittes Album mit dem Titel 3 PSY. Der Titelsong des Albums, Champion, war zum Teil aufgrund des Hypes der in Seoul ausgetragenen WM-Spiele ein großer Erfolg. Trotz der erheblichen Kontroversen um seine Musik wurde der Musiker bei den jährlichen Seoul Music Awards als Songwriter ausgezeichnet, was seinen Durchbruch in der südkoreanischen Musikindustrie bedeutete.

Vom Sonderdienst zum Militärdienst

PSY wurde vom Militärdienst befreit, weil er bei einem Softwareentwicklungsunternehmen gearbeitet hatte. Die südkoreanische Regierung gewährt Ausnahmen für Personen mit technischem Fachwissen in Unternehmen, die dem nationalen Interesse dienen. Dieser Dienst unterstand dennoch dem Militär. 2005 wurde er aus diesem entlassen.

Ein Jahr später veröffentlichte er sein viertes Album Ssajib, das 2006 bei den SBS Music Awards und den Mnet Asian Music Awards in Hongkong ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 2007 beschuldigten Staatsanwälte PSY, seine Arbeit während dem Wehrdienst vernachlässigt zu haben, da er während dieser Zeit auch Konzerte gegeben hat und in lokalen Fernsehsendern erschienen ist. Am 12. Oktober 2007 entschied das Seouler Verwaltungsgericht, dass PSY den Dienst neu antreten muss und lehnte eine von ihm im August eingereichte Klage gegen die Military Manpower Administration (kurz MMA) ab.

Zwei Monate später wurde er in das Militär eingezogen, wo er den Rang eines Private First Class erhielt und als Signalmann in der 52. Armee-Infanteriedivision diente, bevor er im Juli 2009 vom Dienst entlassen wurde.

Hochzeit mit Yoo Hyeyeon

In der Zwischenzeit heiratete er am 14. Oktober 2006 Yoo Hyeyeon, Solo Major an der Yonsei Universität, mit der er zur damaligen Zeit bereits dreieinhalb Jahre liiert war. Nach Angaben des koreanischen Rundfunks wurde das Paar einander durch einen gegenseitigen Bekannten vorgestellt und begannen einander gegen Jahresende 2002 zu daten. Sie haben gemeinsam zwei Zwillingstöchter und leben in einer 250 m² großen Wohnungsanlage in Los Angeles, die der Künstler 2011 für knapp 1,25 Mio. US-Dollar gekauft hat.

Ungeachtet seiner Karriere ist sein Familienleben weitgehend vor der Öffentlichkeit verborgen. Er redet nicht über sein Privatleben in der Öffentlichkeit und über seine Frau ist auch nicht viel bekannt.

Man weiß zum Beispiel, dass Yoo zwölf Jahre jünger als ihr Gatte ist. Sie spielt Violine und trägt als Kostümbildner zu seiner Karriere bei.

Als 2013 der Künstler Probleme mit Alkohol hatte, half sie ihm, diese schwere Zeit zu überwinden und erzog gleichzeitig ihre Töchter weitgehend alleine. Im Juli gab er damals der Sunday Times gegenüber an, dass die einzige Zeit, zu der er nicht trinken würde, die wäre, wenn er seinen Kater auszukurieren versucht.

Sein Anschluss zu YG Entertainment

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte PSY an einem gewissen Punkt in seiner Karriere seine eigenen Songs nicht mehr veröffentlichen. Seine Frau ermutigte ihn, dem Musiklabel YG Entertainment beizutreten, dessen Gründer und Geschäftsführer Yang Hyunsuk bereits damals ein Freund von dem Künstler war. Im Jahr 2010 unterschieb er dann seinen Vertrag bei der Agentur.

Der Sänger Kim Heechul (Super Junior) äußerte kurz darauf den Wunsch, dass sich PSY stattdessen dem Label SM Entertainment hätte anschließen sollen.

Noch 2010 wurde das fünfte Album von ihm unter dem Titel PsyFive mit dem Title-Track Right Now veröffentlicht. Der Song wurde vom südkoreanischen Ministerium für Gleichstellung und Familie für das gesperrt, was es für eine “obszöne” Lyrik hielt: Das Leben ist wie giftiger Alkohol (Auszug aus dem Songtext)

Trotz des Verbots erhielt PSY Auszeichnungen während der Melon Music Awards 2011 und der Mnet Asian Music Awards für diese Veröffentlichung. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er in seiner zwölfjährigen Karriere ein halbes Dutzend Mal die heimischen Musikcharts angeführt.

Weltweiter Erfolg mit Gangnam Style

Im Juli 2012 veröffentlichte Psy sein mittlerweile sechstes Album Psy 6 (Six Rules), Part 1, und der darauf befindliche Titel-Song Gangnam Style wurde in zahlreichen TV- und Radiosendungen außerhalb Asiens ausgestrahlt. Am 14. August belegte er mit dem Song den ersten Platz in der Monats-Rangliste der meistgesehenen Videos von YouTube und am 21. August 2012 wurde er offiziell als Nummer 1 in den iTunes Music Video Charts eingestuft. Gangnam Style überholte damit Justin Biebers As long as you love me und Katy Perrys Wide Awake. Es war der erste Durchbruch dieser Art eines südkoreanischen Künstlers und PSY war vor BTS damit der erste KPOP Act, der diese Musikszene über die Grenzen von Korea hinaus bekannt machte.

Als ich feststellte, dass sich einige Topstars mich vorgestellt oder über mich getwittert haben, dachte ich: “Das ist ein Scherz. Das wird nicht passieren.” Ich erwarte niemals solche Dinge, nicht weil sie Topstars sind, sondern weil dies die größten sind im Universum der Popmusik. Also träumt jeder davon, in den USA aufzutreten, also sage ich immer noch: “Was ist hier los? Das ist wunderschön.” PSY über seinen Erfolg mit Gangnam Style

Noch heute betrachtet er Gangnam Style als die größte Errungenschaft seines Lebens.

Alle nach diesem Track veröffentlichten Singles erhielten automatisch hohe mediale Aufmerksamkeit in seinem Heimatsland, der Name PSY gehört mittlerweile eine Kultfigur. Abgesehen von einem Zwischenfall, durch den viele seiner Konzertkarten im Jahr 2019 zurückgegeben wurden, sind die Stadien während seiner Tournee stets bis auf den letzten Platz ausverkauft.

Neben seinen gesellschaftskritischen Songtexten ist PSY in Korea für seinen Sinn für Humor bekannt. So imitiert er während Konzerten Sängerinnen wie Park Jiyoon, Lee Hyori, Lady Gaga und Beyoncé.

Verschiedene Kontroversen und Skandale

Ende 2001 wurde Psy wegen Rauchens und Besitzens von Marihuana verhaftet und zu 25 Tagen Haft verurteilt. Er war dadurch nicht in der Lage, am Sterbebett seines Großvaters zu sein, der seinen Kampf gegen Krebs verlor. Auch an der Beerdigung nahm er dadurch nicht teil. Im Januar 2002 wurde für den Marihuana-Vorfall anschließend zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ich war ihm sehr nahe, aber ich war nicht bei der Beerdigung. Ich werde es für den Rest meines Lebens bereuen, weil mein Opa mich so sehr geliebt hat und ich nicht da sein konnte ihn auf seinem Sterbebett. PSY während einem Interview 2012

2002 nahm der Künstler an einem antiamerikanischen Konzert teil. Dies wurde abgehalten, nachdem ein US-Militärkonvoi versehentlich zwei 14-jährige südkoreanische Schulmädchen bei dem Zwischenfall auf der Autobahn Yangju getroffen und getötet hatte. Die an dem Vorfall beteiligten Soldaten wurden von US-Militärgerichten freigesprochen, was in Südkorea eine großflächige antiamerikanischer Stimmung auslöste. Inspiriert von diesem Vorfall hob PSY ein Miniaturmodell eines amerikanischen Panzers hoch und zerschmetterte es auf der Bühne. Zum damaligen Zeitpunkt erfuhr dies keine nennenswerte internationale Medienberichterstattung. Mit dem internationalen Erfolg von Gangnam Style änderte sich das allerdings. Im Dezember 2012 begannen insbesondere amerikanische Medien darüber zu berichteten. Am 7. Dezember entschuldigte sich PSY daher gegenüber Angehörigen des US-Militärs und dem amerikanischen Volk für seine Handlungen und Aussagen. Er brachte dabei seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die amerikanische Öffentlichkeit seine Entschuldigung akzeptieren würde.

Trotz anfänglicher Empörung in der Öffentlichkeit gab der damalige Sprecher des Weißen Hauses den Medien bekannt, dass der damalige US-Präsident Barack Obama und seine First Lady Michelle Obama PSY wie geplant beim Weihnachtskonzert in Washington beiwohnen würden. Infolge der Kontroverse kam es auf der Website des Weißen Hauses zu einer Petition. Die Bürger forderten, dass er vom Konzert ausgeschlossen wird. Diese wurde jedoch später am Tag gelöscht, da die Website des Weißen Hauses behauptete, die Petition verstoße gegen ihre Teilnahmebedingungen.