Proteste in Korea nach Uniqlo-Werbung
Ian Muttoo

Südkorea und Japan befinden sich nach wie vor in einem diplomatischen Konflikt, der auf das Jahr 1939 zurückzuführen ist. Damals war das Land Südkorea eine japanische Kolonie, die bis heute Spuren hinterlassen hat. Genauer gesagt geht es um Entschädigungen von Zwangsarbeitern, die aus Sicht der Koreaner folgen müssten. Die Japaner hingegen sehen die Angelegenheit als abgeschlossen, die Folge sind Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern. Die Situation ist sogar so angespannt, dass es bereits kleinste (vermeintliche) Anspielungen auf die Kolonialzeit den Weg in die Medien schaffen. Zuletzt machte ein TV-Spot von Uniqlo (eine japanische Modekette) die Runde, denn viele Menschen in Südkorea sahen genau darin eine solche Anspielung. Der Konzern selbst hat jegliche Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Inhalt der Werbung

Die Modekette ist in Südkorea mit 186 Standorten vertreten. Manche wurden aufgrund der Werbung zwischenzeitlich für Proteste genutzt, doch worin geht es in dem Spot eigentlich? Im Fokus stehen die US-Mode-Ikone Iris Apfel (98 Jahre) und die Designerin Kheris Rogers (13 Jahre). Dabei fragt Rogers die Mode-Ikone, wie sie sich in der Zeit als Teenager angezogen hat. Ihre Antwort: Sie kann sich so weit nicht mehr zurück erinnern. Bis jetzt ist noch alles in Ordnung, allerdings kam in Südkorea eine leicht modifizierte Übersetzung des Satzes zum Vorschein. Genauer gesagt war der Inhalt, dass sich Iris Apfel an Dinge, die vor mehr als 80 Jahren passiert sind, nicht mehr erinnern kann. Eine Zahl, die genau auf das Jahr 1939 passt.

Uniqlo zog den TV-Spot zurück

Die japanische Modekette betonte ausdrücklich, dass der Spot nicht auf die Kolonialzeit abzielte. Stattdessen sollte die Message sein, dass Mode kein Alter kennt und „für alle Generationen“ ein Thema ist. Damit sich der Schaden in Grenzen hält und es nicht zu noch mehr Streitigkeiten kommt, hat Uniqlo die Werbung freiwillig zurückgenommen. Trotzdem war der Vorfall nicht unbedingt förderlich und hinterließ Spuren. Ein Nutzer schrieb zum Beispiel auf Naver: „Eine Nation, die ihre Geschichte vergisst, hat keine Zukunft“


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