Okja

Der Handlungsrahmen von Okja ist so dramatisch, wie er auch ideologisch ist. In optimaler biologischer Aufzucht sollen weltweit von den unterschiedlichsten Bauern sogenannte Superschweinchen gezüchtet werden. Ihre gesamte Lebensweise sei umweltfreundlich, würde Rohstoffe sparen und brächte am Ende eine neue Rasse hervor, welche die künftige Menschheit mit jeder Menge Fleisch versorgen würde.

Originaltitel
옥자
Regisseur
Bong Joonho
Erscheinungsjahr
2017
Genre
Abenteuer, Drama
Filmdauer
121 Minuten
Schauspieler
Ahn Seohyeon als Mija

Byun Heebong als Heebong

Tilda Swinton als Lucy und Nancy Mirando

Jake Gyllenhaal als Dr. Johnny Wilcox

Giancarlo Esposito als Frank Dawson

Paul Dano als Jay

Steve Yeun als K

Lily Collins als Red

Devon Bostick als Silver

Daniel Henshall als Blonde

Shirley Henderson als Jennifer

Yoon Jemoon als Mundo Park

Choi Wooshik als Kim

Während es sich hier zunächst noch um die ersten Versuche handelt, die in ihrem Wachstum zehn Jahre andauern sollten, wird das Ganze mit einem Wettbewerb gekoppelt. So möchte man garantieren, dass jeder Bauer sein möglichst Bestes gibt, um am Ende ein entsprechend großes Schwein großzuziehen.

Die südkoreanischen Bauern vertritt Mijas Großvater Heebong. Okja ist das Superschwein, das sie großgezogen haben – und es kam dabei natürlich, wie es kommen musste. Mija ist eine emotionale Bindung mit dem Schwein eingegangen, das sie nun fast schon eher als Freund und Familienmitglied erachtet, anstelle als bloßes Nutztier. Es sind dramatische Wendungen, die sich schon von der ersten Szene weg ankündigen, in der wir die beiden beobachten dürfen.

Besonders interessant an diesem Film ist die Zusammenarbeit amerikanischer und südkoreanischer Schauspieler. Man erblickt viele bekannte Gesichter, was schon von vornherein für eine entsprechende Qualität sorgt.

Um ein möglichst authentisches Setting zu gewährleisten, bleiben die Szenen in Korea in Originalsprache, werden aber untertitelt. Das ist auch in der deutschen Version des Films so. Sobald wir uns schauplatzmäßig in Amerika befinden, wechselt die Synchronisation zur deutschen Fassung. Ein wenig ärgerlich daran ist, dass die Untertitel meist ein paar Sekunden zeitversetzt eingeblendet werden und man dann auch sehr schnell lesen muss, ehe sie wieder verschwinden. Wer Koreanisch versteht, der ist hier im klaren Vorteil. Die Übersetzungen sind aber korrekt, wenngleich sinngemäß und nicht immer wortwörtlich.

Schnell wird klar, wie intelligent Okja ist. Das Tier versteht nicht nur einzelne Anweisungen, sondern rettet Mija in einer völlig selbstlosen Aktion das Leben. Szenen, in denen man den beiden beim täglichen Leben zusehen kann, sind gewiss schön anzusehen. Wenn Mija ihm die Zähne putzt und dafür in seinem Maul liegt beispielsweise. Oder wie er sich anschließend selbst ableckt. Die Animationen sind in jedem Fall gelungen.

Trotz allem weiß der Zuschauer, dass mit voranschreitender Handlung auch ein großes Drama warten wird. So bleibt schließlich die herzzerreißende Szene der Trennung nicht aus, in der man begeistert von Byun Heebongs Schauspielfähigkeiten sein darf. Jede Emotion, jedes zerreißende Fünkchen Dramatik wird gelungen von ihm transportiert.

Es ist ein wahrer Showdown, der sich bis zum Ende hin abspielt. Man fiebert einfach mit, kann man doch nicht anders, weil man gleich zu Beginn eine Bindung zu dem Geschöpf eingeht. Jede Grausamkeit, die Okja im Verlauf dieser knapp zwei Stunden widerfährt macht einen als Zuschauer wütend, weil man doch auch so hilflos ist und nichts dagegen tun kann. Es sind mehrere Momente, die einem regelrecht die Tränen in die Augen treiben können. Wer nahe am Wasser gebaut ist und schnell mit anderen mitfühlt, sollte den Film daher keinesfalls ohne Taschentücher ansehen.

Gesamtbewertung

News Reporter
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