Buchvorstellung: Nothing to Envy

Heute stellen wir euch ein Buch vor, das euch einen Einblick in das Leben in Nordkorea bietet. Auch auf ansoko könnt ihr dazu in einem eigenen Artikel einiges lesen, und zwar hier.

In Nothing to Envy hat sich die Journalistin Barbara Demick der demokratischen Volksrepublik von Korea, eben auch als Nordkorea bekannt, gewidmet und beschrieben, wie das tägliche Leben unter Kim Jongun, aber auch damals unter Kim Jongil und unter Kim Ilsung ausgesehen hat und noch heute aussieht.

Sämtliche darin vorkommenden Informationen stammen aus mehr als 100 Interviews mit Flüchtlinen aus Nordkorea, die Barbara in der Stadt Chongjin über einen Zeitraum von sieben Jahren getroffen hat.

Die Geschichten, die sie zu erzählen haben, sind so herzergreifend, dass das Buch im Jahr 2010 den BBC Samuel Johnson Prize for Non-Fiction erhalten hat. Außerdem hat es nur knapp die Auszeichnung mit dem National Book Award verfehlt, ebenfalls im Jahr 2010. Es hat es aber zumindest unter die Finalisten geschafft.

Im deutschsprachigen Raum trägt das Buch den Titel Im Land des Flüsterns: Geschichten aus dem Alltag in Nordkorea.

Eigentlich ist die Autorin nach Südkorea, Seoul, gezogen, um dort als Korrespondentin für die Los Angeles Times im Fall beider koreanischer Halbinseln zu arbeiten. Ihre Erfahrungen mit Nordkorea, die so strikt waren, dass sie strenge Protokolle befolgen musste und nichts auf Foto oder Video abbilden durfte, das nicht extra von der Regierung genehmigt war, gestalteten dies recht schwierig. Nordkorea muss ein Land sein, das nach außen hin streng militärisch wirkt.

Anhand der Interviews hat sie dann einen Non-Fiction Roman erstellt. Das Buch ist also keine Aneinanderreihung verschiedener Unterhaltungen, sondern eine Wiedergabe der gewonnenen Informationen. Barbara verfasst es in der Ich-Form, sodass man sich stets darüber bewusst ist, dass es sich hier wirklich um Erlebnisberichte handelt. Und genau die lehren uns während dem Lesen förmlich das Gruseln.

Wir finden uns in einer völlig fremden, bizarr surrealen Welt wieder und müssen uns gar nicht erst daran erinnern, dass das die reale Welt ist, über die wir da gerade lesen. Auf einem bestimmten Fleck unserer Erde ist das, was in diesem Buch zu lesen ist, alltägliche Wirklichkeit. Es ist schwer zu ertragen, traurig und mitleidserregent. Und letzten Endes genau das, was der Titel aussagt. Nichts, um das man jemanden beneiden würde. Notzing to Envy.

Ihr habt die Möglichkeiten, das Buch entweder über Amazon zu kaufen oder es auch auf Blinkist zu lesen. Wie genau das mit dieser Plattform abläuft, könnt ihr auf dem Blog von Sir Apfelot nachlesen.


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