#amLeben

Eigentlich hätten wir uns das Review für das große Halloween Special aufbehalten wollen. (Wusstet ihr, dass ihr bis zum 30. September bei den Themen mitbestimmen und daher abstimmen könnt? Das könnt ihr direkt hier!) Aber aufgrund der bombastischen Nachfrage veröffentlichen wir es nun doch schon früher.

Junu, gespielt von Yoo Ahin, ist ein erfolgreicher Vlogger. Er arbeitet von zu Hause aus, verbringt viel Zeit mit Videospielen und streamt das auch dementsprechend. Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester lebt er in einem Apartment, inmitten eines modernen Wohnkomplexes. Während die beiden eines Tages ohne ihn unterwegs sind, bricht um ihn herum plötzlich die Zombieapokalypse aus. Als er aus dem Fenster blickt, kann er die Anfänge direkt mitbeobachten.

Nur seine Nachbarin von gegenüber, Yubin, die von Park Shinhye gespielt wird, scheint zumindest in seiner unmittelbaren Nähe ebenso von dieser Seuche verschont geblieben zu sein. Ein Kampf ums Überleben bricht aus, denn allmählich werden die Lebensmittelvorräte knapp…

Originaltitel
#살아있다
Regisseur
Cho Ilhyeong
Erscheinungsjahr
2020
Genre
Horror; Zombie-Thriller
Filmdauer
98 Minuten
Schauspieler
Yoo Ahin als Junu

Park Shinhye als Yubin

Lee Hyunwook als Sangcheol

Oh Hyewon als Polizistin

Jeon Baesoo als Maskenmann

Lee Chaegyeong als Gattin des Maskenmanns

Dadurch, dass wir es zunächst mit einem quasi Kammerspiel zu tun haben, ist der Film großartig inszeniert. Schnell stellen sich aber die klassischen Fragen: Was macht der Hauptcharakter, wenn ihm die Nahrung ausgeht? Wie intelligent sind die Zombies eigentlich? Und was ist mit dem Rest der Welt?

Insbesondere die Frage zur Intelligenz der Zombies ist schnell gelöst, denn hier beweisen Drehbuch wie auch Regie unglaubliche Kreativität. Die Zombies sind intelligenter als in vielen Filmen, was in mehreren kleinen Szenen schön angedeutet wird. Das sorgt natürliches für einiges mehr an Spannung. Aber leider hält die nicht auf Dauer.

Die Handlung ist recht voraussehbar, die Chance auf ein Happy End unterliegt bis zum Schluss einer 50/50-Chance. Es ist die schöne Dramatik, die man am koreanischen Kino einfach so zu schätzen gelernt hat, die den Film zu einer netten Unterhaltung, aber eben nichts Neuem macht.

Loben muss man hingegen wieder die Inszenierung, die bemerkenswert funktioniert hat. Durch das moderne Setting und viele zeitaktuelle Elemente (von der Drohne bis hin zum modernen Wohnkomplex) erhält der Film einen zeitaktuellen Flair, wie er in keinem anderen Zombiefilm zugegen ist. Das koreanische Kino hat also nach Train to Busan direkt nochmal bewiesen, dass man dieses Genre einfach drauf hat.

Bis die wirkliche Spannung aber einsetzt und damit die richtige Action startet, dauert es ein bisschen. Und selbst dann ist es schnell damit vorbei; zumindest mit dem, was man im Westen einfach unter actionreicher Spannung gewohnt ist. Der Fokus liegt also mehr auf der filmischen Inszenierung und die gelingt.

Der eine Stern Abzug ergibt sich also durch die Gegenüberstellung vom Voraussehbaren und der überzeugenden Inszenierung. Man sollte sich diesen Film unbedingt ansehen – insbesondere dann, wenn man einfach ein Genrefan ist.

Gesamtbewertung