Was so problematisch an Oli London ist – ein Überblick

Wir haben ja schon öftere Male über Oli London berichtet. Hauptsächlich, wenn aktuelle Geschehnisse wirklich einen direkten Bezug zu KPOP bilden, etwa weil sich ARMYs wegen dieser Person um BTS‘ Jimin sorgen oder Oli London eine Zusammenarbeit mit einem koreanischen Rapper angekündigt hat. Davon abgesehen versuchen wir es eigentlich zu vermeiden, denn wir sind der Meinung, dass jede Aufmerksamkeit ein Stückchen zu viel ist. Genau das scheint die Person zu wollen.

Oli Londons jüngsten Handlungen zeigen uns aber, dass eine gewisse Aufklärung darüber, weshalb diese Person so problematisch ist, einfach notwendig ist.

Wer ist Oli London überhaupt?

Es handelt sich um eine Person mit britischen Wurzeln, geboren am 14. Januar 1990.

Ein YouTube Kanal wurde 2018 eröffnet, Twitter, TikTok und Instagram folgten später. Nach ein paar ersten viralen Videos, die hauptsächlich wegen kontroverser Inhalte online gingen, wurde der Name in KPOP Fandoms schnell bekannt. Hauptsächlich aufgrund eines sehr innigen, fast schon stalkerhaften Benehmens gegenüber BTS Member Jimin. Bei einem Auftritt im Januar 2020 bei Dr. Phil wurde darüber gesprochen, dass es sich bei Oli London und Jimin um wahre Doppelgänger handle, es wurden mehr als zehn Schönheitsoperationen durchgeführt, um eine Ähnlichkeit zu erreichen. Kurz davor wurde eine Pappfigur von Jimin geheiratet.

 

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Videoclips, bei denen der Jimin-Content kontrovers diskutiert wird, werden als eine Art Hall of Fame zusammengeschnitten, eine ganz offensichtliche Retuschierung als echtes Treffen mit Jimin verkauft, das durch Samsung ermöglicht worden sein soll.

Erst vor wenigen Tagen wurde von Oli London angekündigt, dass die Person sich nun als non-binary identifiziert. Etwas, das man auf jeden Fall respektieren sollte. Was aber überhaupt nicht geht, ist der Wunsch, als Korean/Jimin angesprochen zu werden, da man sich damit nun identifizieren würde. Ein absoluter Hohn für die gesamte LGBTQ+ Community.

Die Sache mit der abgewandelten koreanischen Flagge und der geschlechtlichen Identifizierung mit einer spezifischen Person bzw. einer ganzen Nationalität sorgte dafür, dass Oli London zuletzt in weltweiten Twittertrends zu finden war.

Hier endet die Problematik rund um Oli London allerdings nicht.

Diffamierung von prominenter Künstlerin wegen offener Kritik

Sherliza Moé ist eine Künstlerin aus Wien, Österreich, die verschiedene Schmuckstücke und Accessoires anfertigt und auf ihrem YouTube Account über verschiedene Themen spricht. Auf Englisch wohlgemerkt, wodurch sie auch internationales Publikum anzieht.

Im November 2019 lud sie ein erstes Video über die Person hoch, in der sie darüber spricht, wie problematisch gewisse Handlungen sind. Im März 2020 folgt dann ein zweites mit einem persönlichen Erfahrungsbericht. Oli London diskreditierte sie und ihr Unternehmen öffentlich.

Ihr wurden rassistische Motive unterstellt, zusammen mit Tierquälerei. Gepaart wurde das ganze mit falschen Fakten, so wurden zum Beispiel in vermeintlich aufklärenden Posts seitens Oli London Bilder verwendet, die gar nicht dem Unternehmen der Künstlerin zuzuordnen sind.

Screenshots davon sind im zweiten Video oben zu sehen.

Kein Respekt vor asiatischen Kulturen

Über die Aussprache, sobald es zu koreanischen Wörtern kommt, lässt sich streiten. Nicht jeder ist sofort perfekt und grundsätzlich sollte man es loben, wenn jemand den Mut zeigt, offen Koreanisch zu sprechen. Wer sich über so etwas lustig macht, begeht Mobbing, darüber seid euch bitte bewusst.

Problematisch ist allerdings durchaus, wenn völlig ohne jede Rücksicht verschiedene Kulturen in einen Topf geworfen werden, wenn es um Korea gehen soll. So wie in diesem Musikvideo:

Der Titel des Songs lautet Heart of Korea, Schirm und Fächer entstammen allerdings der chinesischen bzw. japanischen Kultur (ob der Ursprung nun Japan oder China ist, bleibt weiterhin strittig, aber es ist definitiv kein Teil der koreanischen Kultur), die Kleidung der japanischen Kultur. Auch die Bilder, die man im Hintergrund sieht, zeigen häufig Japan und die im Song genutzte (gesampelte?) Musik stammt von einem japanischen Komponisten.

Kulturelle Aneignung und Rassismus

Sein Featuring war der koreanische Rapper Sten, der wohlgemerkt einen wirklich tollen Job macht.

Kritisiert wurde dieser Release insbesondere deshalb, da er im Juni 2020 rausgekommen ist. Der Titel Lockdown City ist während einer globalen Pandemie, die bis zum heutigen Tag rund 3,87 Mio. Menschen auf der ganzen Welt das Leben gekostet hat, äußerst makaber.

Zudem trägt Oli London hier Cornrows, eine kulturelle Aneignung, die stark kritisiert wurde. Vor allem durch folgenden Tweet:

Oli-London-Cornrow-Tweet

Dadurch wurde eine Frisur mit sehr langer Geschichte in die „Gangster“-Schublade verfrachtet.

Und nach viel Kritik kam dann folgender Tweet hinzu:

Oli-London-Cornrow-Tweet-2

Fotos, die anschließend beim Support der Black Lives Matter Bewegung geschossen und hochgeladen werden, sind zwar bei großer Reichweite wichtig, um für das Thema aufzuklären, wird aber auch als performativer Aktivismus bezeichnet. Insbesondere, wenn sonstige Handlungen zeigen, dass es gar nicht so ehrlich um diesen Support steht. So wie beim nächsten Punkt.

Offene Islamophobie

Auf der einen Seite wird ein fröhliches Fest des Fastenbrechens gewunschen, auf der anderen werden Muslime öffentlich denunziert.

Eid-Mubarak-Oli-London

Oli-London-islamophob

Ein Paradebeispiel im Übrigen für den gerade erwähnten performativen Aktivismus. Man beteiligt sich an unterstützenswerten Themen nur dann, wenn es zum eigenen Vorteil ist. Das eigentliche Gedankengut entspricht letzten Endes nicht dem, was man nach außen kommuniziert.

Oli London und KAACHI

Uns ist bewusst, dass unsere Leser nicht sehr begeistert sind, wenn man KAACHI erwähnt, aber sie singen Koreanisch, sie haben einen Member aus Korea und das macht sie faktisch zu einer KPOP Band. Wir supporten ja auch EXP Edition, alles andere fänden wir unfair. Wer das nicht möchte, muss die Artikel ja nicht lesen.

KAACHI werden von derselben Agentur betreut wie Oli London. Die Musik hat dieselben Produzenten, in einer Dokumentation über KAACHI für Channel 4 wurde Oli London aus einem uns nicht bekannten Grund als deren Publizist vorgestellt. (Im Video zu sehen ab Minute 2:41)

In einem YouTube Video von Jojo Spotlight war die Persönlichkeit Frenchy Morgan dabei, die darüber auspackte, was ihr Oli London so über die Mädchen per Whatsapp an Nachrichten schickte.

Sie sind nur wegen mir berühmt. Die Girlband wäre ohne mich nirgendwo. Was für eine dumme Schlampe. Ich brauche sie für die Karriere, ich könnte viel Geld verdienen Oli London angeblich zu Frenchy Morgan

Oli-London-KAACHI-1

Weiter heißt es von Oli London über KAACHI angeblich:

Sie haben 0 Star Power, 0 Persönlichkeit, sie werden nie mehr im Fernsehen ohne mich zu sehen sein. Sie haben kein Talent. So blöd. Ich habe die dieswöchige Presse schon durchgesehen, wurde mir aber zu langweilig.

[…]

Diese Frau bewegt sich auf dünnem Eis, ich könnte alle meine Fans gegen sie und ihre Gruppe richten und sie exposen, wenn ich möchte.

Kurios in diesem Zusammenhang: KAACHI’s Member Coco ist immer wieder in Oli Londons Musikvideos und dabei direkt an der Seite der Person zu sehen.

kaachi-coco

Dies waren nun die wichtigsten Punkte, aus welchen Gründen Oli London problematisch ist. Was denkt ihr über die Sache?


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