Südkorea steuert allmählich auf Schulden zu

Lange ging es Südkorea wirtschaftlich besonders gut, langsam zeigt sich aber das schwache Wirtschaftswachstum im Rahmen einer verstärkten Staatsverschuldung.

Um die Wirtschaft anzukurbeln, sollen die Staatsausgaben steigen. Im Jahr 2020 sollen insgesamt umgerechnet 380 Milliarden Euro aus dem südkoreanischen Staatshaushalt in Staatsausgaben fließen. Damit steigt der Staatshaushalt um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Neuverschuldung Südkoreas soll ebenfalls um zwei Prozent des BIP steigen. Das ist das höchste Haushaltsdefizit seit 10 Jahren.

Die Regierung Südkoreas hat eine linksliberale Regierung, die sich für steigende Staatsausgaben und eine höhere Staatsquote einsetzt. Immerhin hat Südkorea in Asien die viertgrößte Wirtschaftskraft. Eine Eintrübung der Konjunktur kann mit steigenden Staatsausgaben abgefedert werden. Südkorea ist stark im Außenhandel, allerdings wurde die Wachstumserwartung des Landes erst kürzlich um 0,3 Prozent herabgesetzt. In der Privatwirtschaft sieht das sinkende Wachstum noch gravierender aus, hier erwartet man einen Rückgang um mehr als 1 Prozent.

Auch der Finanzminister sieht Risiken im Bereich der Konjunktur, weil die südkoreanischen Unternehmen nur sehr schleppend Investitionen tätigen und auch der Export Einbrüche erlitten hat. Verbunden sind die Schwachstellen im Export mit verschärften Exportkontrollen. Die wirtschaftlichen Kontakte eines Landes tragen dabei in erheblichem Maße zur Entwicklung der Staatsverschuldung bei. Positiv war die Maßnahme der Zentralbank, den Leitzins zu senken. Die Verringerung um 0,25 Prozent erleichtert es Unternehmen, Geld aufzunehmen und Mittel für Investition und Konsum bereitzustellen.

Ob eine weitere Zinserleichterung möglich ist, wird in diesen Tagen besprochen. Vor Oktober sei aber keine weitere Zinserleichterung oder gar eine Zinswende zu erwarten. Für 2020 hat die südkoreanische Regierung beschlossen, Staatsanleihen zum Zwecke der Staatsfinanzierung auszugeben. Hier wird eine Anlagesumme von mehr als 60 Billionen Won erwartet. Das ist fast die doppelte Summe als im Vorjahr.

Südkorea gilt als Wirtschaftsmacht in der asiatischen Wirtschaftszone und als Leistungsträger auch auf internationalem Parkett. So kann man aus der wirtschaftlichen Entwicklung Südkoreas auch Konsequenzen für die Entwicklung anderer Industrienationen ziehen.

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