Korearelevante Studienvorbereitungen

Sobald die Voraussetzungen und Finanzierungsmöglichkeiten abgeklärt sowie die Bewerbungen abgeschickt wurden, erfolgt hoffentlich rasch die heiß ersehnte Zusage der Wunschinstitution und das Projekt Auslandssemester Korea kann beginnen! Ein großer Schritt ist dann bereits getan! Mit Feuereifer kann sich der künftig auswärtig Studierende nun in die weiteren Vorbereitungen stürzen. Denn mit Vorkehrungen in Bezug auf das Studium alleine ist es nicht getan! Auch der Aufenthalt in Südkorea selbst (Wohnen, Sprache, Land und Leute) erfordert ein gewisses Maß an Planung.

Studieren in Südkorea – Beantragung vom Korea Visum

Für viele europäische Länder gilt eine Visumsbefreiung von 90 Tagen (so zum Beispiel für Deutschland oder Österreich). Dies ist insofern von Vorteil, da man – beispielsweise im Rahmen eines ausgedehnten Urlaubes – schon einmal im Vorfeld südkoreanische Luft schnuppern und ein Gefühl dafür entwickeln kann, ob man sich einen längeren Aufenthalt im Land tatsächlich vorstellen kann.

Wird es ernst und das Studieren in Korea steht bevor, benötigt es auf jeden Fall ein Visum. Dieses sollte rechtzeitig vor Abreise beantragt werden. Ansprechpartner sind hier das Außenministerium bzw. in weiterer Folge die Botschaft der Republik Korea.

Unterschieden werden zwei verschiedene Arten des Visums: D2 und D4. D2 ist ausreichend für das generelle Studium. Bei Teilnahme an Sprachprogrammen von Hochschulinstituten oder anderen Bildungsinstitutionen benötigt es ein D4-Visum.

Für die Ausstellung eines Visums müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Kopie des Reisepasses (dieser muss über die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein)
  • Passbild
  • Zulassungsbescheid der südkoreanischen Hochschule (zum Beispiel in Form einer Immatrikulationsbestätigung); manchmal zusätzlich eine Studienbescheinigung der heimischen Hochschule
  • Nachweis über finanzielle Sicherheiten

Nach Ankunft in Südkorea muss man im örtlichen Immigration Office vorstellig werden. Dort erhält man die Alien Registration Card. Diese benötigt man etwa zur Eröffnung eines Bankkontos oder zum Abschließen eines Handyvertrags.

Medizinische Versorgung für das Auslandsjahr in Südkorea

Auch gesundheitliche Absicherung und medizinische Versorgung sind während des Aufenthalts in Südkorea nicht zu vernachlässigen! Rechtzeitig vor Abreise sollte daher in jedem Fall der Hausarzt aufgesucht werden, um allfällige Impfungen abzuklären und entsprechend zu ergänzen.

Für den Aufenthalt in Südkorea empfiehlt sich eine Immunisierung gegen Hepatitis (A und B), japanische Enzephalitis und Tollwut.

Zu bedenken ist außerdem, dass die gängigen Krankenversicherungen in den meisten Fällen nur im EU-Raum greifen. Für den Aufenthalt in Südkorea muss daher eine eigene Krankenversicherung für das Auslandsstudium abgeschlossen werden. Ein Nachweis darüber muss bei so gut wie allen südkoreanischen Universitäten eingebracht werden. Es gilt hier eine Versicherung zu wählen, die sämtliche anfallenden Kosten abdeckt.

Je nach Dauer des Aufenthalts variieren Angebote. Es empfiehlt sich, noch vom Heimatland aus eine entsprechende Versicherung über die gesamte Aufenthaltsdauer abzuschließen. Das kommt einem – selbst wenn man in Südkorea aufgrund von Bestimmungen der Hochschule aufstocken müsste – in Summe häufig günstiger, als eines der Rundum-Pakete, das von den auswärtigen Institutionen angeboten wird.

In Bezug auf die Krankenversicherung ist mit monatlichen Kosten ab etwa 35 Euro aufwärts zu rechnen. Preisvergleiche lohnen sich in jedem Fall!

Das liebe Geld – Zahlungsverkehr in Südkorea

Auch beim Umgang mit Geld gilt es für Studierende in Südkorea einiges zu beachten. Problematisch ist grundsätzlich, dass häufig hohe Kosten für die Nutzung von ausländischen EC- oder Kreditkarten entstehen bzw. manche Karten auch gar nicht angenommen werden.
Natürlich funktioniert der Zahlungsverkehr in Millionenstädten wie Seoul tendenziell einfacher, da man hier mehr auf Internationalität eingestellt ist. In provinziellen Gegenden kommt es in Bezug auf Bargeldbehebungen o.ä. häufiger zu Schwierigkeiten.

Für die ersten Tage in Südkorea empfiehlt es sich, die mitgeführte heimische Währung vor Ort in die Landeswährung Won umzutauschen. So ist man ausreichend flüssig und kann sich in aller Ruhe um alles Weitere kümmern. Auch Traveller Schecks können hier Erleichterung bringen. Man kann sie problemlos noch im Heimatland bei der Hausbank beantragen. In Südkorea können sie in allen großen Banken getauscht werden. Ein Geheimtipp ist es, die Schecks in Dollar ausstellen zu lassen, da sie so ganz sicher anerkannt werden.

Natürlich ist man bei längerer Aufenthaltsdauer aber daran interessiert, den Zahlungsverkehr so einfach wie möglich zu gestalten. Die naheliegendste Möglichkeit ist demnach die Eröffnung eines südkoreanischen Kontos. Dies kann in Angriff genommen werden, sobald die Alien Registration Card beantragt ist.

Man sollte sich außerdem im Vorfeld erkundigen, ob es im Heimatland Banken gibt, die ebenso in Südkorea vertreten sind. Dies ist beispielsweise bei der deutschen Citibank der Fall. Wird noch vor Abreise im Heimatland ein Studentenkonto eröffnet, können südkoreanische Filialen und Geldautomaten entsprechend gebührenarm genutzt werden.

Austauschjahr in Korea – Was muss zwingend mit?

Für das Packen des Koffers sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Es empfiehlt sich, im Vorfeld eine Liste zu erstellen, um den Überblick nicht zu verlieren.

Bedacht werden sollten jedenfalls zwei Dinge: Die meisten Fluggesellschaften haben eine Obergrenze von 20 bis 30 Kilogramm Gepäck pro Person.

Außerdem kann vieles ohne Probleme in Südkorea besorgt werden und muss nicht zwingend einen Platz im Koffer finden (zum Beispiel Kosmetika und Co.). Was allerdings auf keinen Fall zu knapp bemessen werden sollte, ist der Bedarf an Kleidung und Schuhen. Europäischer Durchschnitt ist in Asien nämlich Übergröße! Vor allem Frauen werden ab Konfektionsgröße 38 bzw. Schuhgröße 39 in südkoreanischen Geschäften so gut wie keine Auswahl mehr haben!

Wohnen und Lebenserhaltungskosten

Wesentlich ist es natürlich, im Vorfeld die Unterbringung abzuklären und einen ungefähren Plan aufzustellen, wie man seine Lebenserhaltungskosten bestreiten möchte.

Im vorherigen Artikel wurde hierzu im Hinblick auf Stipendien und Förderungen schon einiges erörtert.

Wohnen schlägt in Südkorea entsprechend zu Buche, während die Kosten für das öffentliche Verkehrsnetz, Lebensmittel, Hygieneprodukte, Kleidung, Unterrichtsmaterialien und Freizeitvergnügen im Schnitt sogar etwas günstiger als in vielen europäischen Ländern ausfallen.

Mietpreise sind hoch, dazu kommen meist üppige Kautionen. Der Großteil der internationalen Studierenden (und auch viele Südkoreaner!) wählt daher die preiswertere Unterbringung in Wohnheimen. Diese sind häufig direkt am Campus angeschlossen.

Bestehen Kooperationen mit heimischen Hochschulen, ist das Wohnen oftmals sogar im Rahmen von Austauschprogrammen inkludiert. Auch manche Stipendien und Zuschüsse schließen das Wohnen mit ein. Hier ist es unbedingt ratsam, entsprechende Vergünstigungen im Vorfeld abzuklären.

Grundsätzlich variieren die Kosten für das Wohnen im Studentenheim – je nach Belegschaft und Zimmergröße – zwischen 700 und 2000 Euro pro Semester. Einzelzimmer sind am teuersten!

Viele Hochschulen achten auf eine gute Durchmischung internationaler und südkoreanischer Studenten in den Wohnheimen. Dies ist im Sinne von kulturellem Austausch und dem Erlernen der koreanischen Sprache als großer Vorteil zu sehen. Abgesehen von der Unterkunft, muss man – je nach Aufenthaltsort und persönlichem Lebensstandard – mit wöchentlichen Kosten von etwa 100 bis 150 Euro rechnen, um das Leben in Südkorea zu bestreiten.

Jobben in Südkorea während dem Studieren

Viele internationale Studierende möchten gerne nebenbei jobben. Einerseits fördert dies die Integration in Südkorea, andererseits lässt sich das verfügbare Geld so etwas aufstocken.

Jobben ist in Südkorea im Normfall ab dem zweiten Semester möglich, sofern einige rechtliche Punkte beachtet werden: Es muss eine Arbeitserlaubnis beantragt werden. Hierzu benötigt es ein D2-Visum und das Empfehlungsschreiben eines Professors. Ab dem Zeitpunkt der Ausstellung darf neben dem Studium im Ausmaß von 20 Wochenstunden verdient werden. In den Ferien kann man diesen Rahmen auch etwas ausweiten. Außerdem gibt es in Korea einen zum Teil eher makaberen Bewerbungsprozess.

Studieren in Südkorea – Andere Länder, andere Sitten!

Ein Studium in Südkorea ist eine wunderbare Möglichkeit, um in eine ferne Kultur einzutauchen. Je mehr sich der Studierende integriert, desto leichter wird ihm der Umgang mit Land und Leuten fallen.

Es ist sinnvoll, sich schon vor Anreise über die wichtigsten kulturellen Unterschiede zu informieren, damit man nicht versehentlich in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt. So muss in jedem Fall bedacht werden, dass in Südkorea Achtung, Respekt und Höflichkeit einen viel größeren Stellenwert einnehmen, als wir das gemeinhin gewohnt sind. Hier kann es im Umgang miteinander leicht zu Missverständnissen und im schlimmsten Falle sogar zu Kränkungen kommen.

Nachfolgend eine kleine Auswahl der wichtigsten Benimm-Regeln:

  • Begrüßung: Diese spielt in Südkorea eine wesentliche Rolle. Mit wem man nicht näher in bekanntschaftlichen Kontakt treten möchte, den begrüßt man auch nicht quasi nebenher, wie das in europäischen Ländern oftmals der Fall ist. Zur Begrüßung wird in Südkorea eine leichte Verbeugung ausgeführt, die Hände bleiben am Körper. Das uns wohlbekannte Händeschütteln ist – wenn überhaupt – eher im internationalen Kontext oder der Geschäftswelt Usus. Außerdem wird beim Ansprechen eher selten nur der Vorname verwendet, da dies unhöflich wirken kann. Man nutzt den vollständigen Namen.
  • Essen und Trinken: Die Fußsohlen bleiben gemeinhin am Boden. Es ist nämlich unhöflich, dem Gegenüber diese entgegenzustrecken. Außerdem ist Schnäuzen bei Tisch ein absolutes No-Go. Beim Anstoßen blickt man einander grundsätzlich nicht in die Augen. Auch füllt man sein Glas nicht selbst, sondern man schenkt sich gegenseitig ein. Das Geben von Trinkgeld ist nicht zwingend vorgesehen. Beim Restaurantbesuch ist gemeinhin eine Servicepauschale im Preis inkludiert.
  • Der Gebrauch der Hände: In Korea gilt das Nutzen der linken Hand im Kontakt mit anderen als eher unhöflich. So ist beim Geben und Nehmen von Gegenständen vorrangig die rechte Hand im Einsatz, während die Linke allenfalls unterstützend wirkt. Ein erhobener Zeigefinger, um andere heranzuwinken, wird in Korea als beleidigend aufgefasst.
  • Lachen und Küssen: Lautstarkes Lachen und Zungenküsse werden von der südkoreanischen Bevölkerung als unschicklich empfunden und sollten daher in der Öffentlichkeit unterlassen werden.

Abschließend lässt sich herausstreichen, dass Südkoreaner grundsätzlich sehr freundlich und entgegenkommend sind und das im Normfall selbst bei einem Verstoß gegen die Etikette bleiben werden. Es ist ihnen auch nicht unbekannt, dass in Europa schlichtweg andere Sitten herrschen. Generell wird deshalb alleine der Versuch, sich an Kultur, Sprache und Umgangsformen anzupassen, sehr wohlwollend honoriert.

News Reporter
Daniela J. schickt ihre Fantasie seit 1983 auf Reisen. Große Liebe zu allem Geschriebenen seit Ewigkeiten, vermehrte Hinwendung zum Selbstschreiben seit der Karenz mit dem zweiten Kind 2012. Sammelt Ideen, Figuren und Wortkreationen zwischen verschüttetem Saft und faszinierenden Legobauten ein. Oder während der Arbeit im psychosozialen Bereich. Oder im Schlaf. Eigentlich in jeder Minute ihres Lebens.
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