Buddhismus

Spricht man vom Buddhismus, spricht man von einer Religion, die auf Erleuchtung basiert, auf dem Nirwana – dem endgültigen Zustand des reinen Seins, dem Einklang, den alle erleuchteten Wesen erreichen. Dadurch ist sie die wohl friedliebendste Religion, die es gibt. Zählt man zu diesen erleuchteten Wesen, ist man ein Buddha, darum ist es grundlegend falsch, unter „Buddha“ den Erschaffer des Buddhismus, Siddharta Gautama, zu verstehen.

Das Gebiet des Buddhismus erstreckt sich auf die ganze Welt. Länder wie Indien, Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Nepal, Bhutan und Sikkhim zählen zu den Ländern, in denen der Buddhismus am meisten praktiziert wird. Von dort aus wurde er über die Seidenstraße nach China, in die Mongolei, nach Korea und Japan gebracht. Der Buddhismus ist auch nach Vietnam, Laos, Kambodscha, Indonesien und seit neuestem auch in die USA, nach Europa, Australien und Neuseeland verpflanzt worden.

Im Buddhismus gibt es kein Gut oder Böse, es gibt keinen Teufel, es gibt nur verehrte Wesen, von der Gesellschaft als Gottheiten bezeichnet, aber keinen Gott. In dieser Religion dreht sich alles um Karma und Reinkarnation. Der Buddhismus erscheint zwar geheimnisvoll, aber er bereitet einzig auf den Tod als bewusste Lösung aus dem Leid vor, dem Leid des Lebens. Man fürchtet ihn also nicht, man nimmt ihn auf natürliche Art und Weise entgegen. Wenn jemand stirbt, trauert man nicht, denn trauern wäre so etwas wie ein Vorwurf dafür, dass derjenige gestorben ist. Den Buddhismus kann man eigentlich nicht direkt als Religion sehen, auch wenn er als solches anerkannt wurde. Eher sollte man ihn als existentialische Lebensphilosophie sehen.

Buddhisten haben grundsätzlich keine – bzw. wenige – Probleme, da sie diesen Weltschein insgesamt als leidvoll betrachten, als eine angemessene Herausforderung sehen, sich an ihr zu üben, sich zu verbessern und darüber, über diese scheinhafte Welt Erkenntnis zu erlangen. Zumal das buddhistische Interesse darin besteht, diese Scheinwelt, das Samsara, zu überwinden und nicht wiedergeboren zu werden. Dabei geht man keine zu große Bindung mit der Scheinwelt ein, man kettet sich nicht an materielle Güter, Reichtum sowie irgendwelche nonexistenten Beziehungen (wie zum Beispiel Facebookfreunde).

Basis der Religion sind die vier edlen Wahrheiten. Die erste Wahrheit beinhaltet die Erkenntnis, dass das Leben von Leiden geprägt ist, den dukkha. Die zweite Wahrheit beinhaltet die Erkenntnis, dass dieses Leiden durch die drei Geistesgifte – Gier, Hass und Verblendung – hervorgerufen wird. Die dritte Weisheit beinhaltet die Erkenntnis, dass dieses Leiden durch Beseitigung der Ursachen zu Ende gebracht werden kann und die vierte Weisheit beinhaltet die Erkenntnis, dass der Weg dahin über den Achtfachen Pfad führt. Alles, was in der Welt existiert, ist auf eine Ursache zurückzuführen – und diese Ursache wiederum ist selbst auf eine Kette von Ursachen zurückzuführen.


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