Age of Shadows

Bei dem Spionagethriller Age of Shadows hat Drehbuchautor und Regisseur Kim Jeewoon im Gesamten sein Können ganz in Szene gesetzt und zeigt glaubwürdige, aufgwändige Kulissen, bei denen jedoch die Handlung in den Hintergrund rückt. Schließlich sind die spannungsgeladenen Erwartungen im Bezug auf das Genre hoch angesiedelt. Erwartet werden raffinierte Geschehnisse, überraschende Wendungen und eine stimmungsvolle Filmmusik. Historisch ist der Film allemals, auch wenn die Spannung immer einmal wieder den Faden verliert. Ob die gewalttätigen, kurz gehaltenen Szenen ihren Wert in dem ruhigen Film finden, bleibt etwas auch der Geschmackssache überlassen.

Originaltitel
밀정
Regisseur
Kim Jeewoon
Erscheinungsjahr
2016
Genre
Spionagethriller
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Filmdauer
141 Minuten
Schauspieler
Song Kangho als Lee Jungchool

Gong Yoo als Kim Woojin

Han Jimin als Yeon Gyesoon

Uhm Taegoo als Hashimoto

Shin Sungrok als Jo Hweryung

Heo Sungtae als Ha Ilsoo

Lee Seolgoo als Oh Namwon

Shingo Tsurumi als Higashi

Kim Dongyoung als Ha Chuljoo

Lee Byunghun als Jung Chaesan

Park Heesoon als Kim Jangok

Der Vorspann des Films erinnert besonders an einen Actionfilm und unterhält mit schnellem Szenewechsel. Wohl etwas anders als man grundsätzlich von einem Spionagethriller erwartet. Der Film startet somit rasant und geht in den weiteren Spielminuten in ruhige Szenebilder ohne großartige Kamerabewegung über. Passend dazu gibt es Dialoge mit vielen Verschnaufpausen. Diese erzeugen durchaus Spannung, allerdings ähneln sich einige Szenebilder und kommen dadurch nicht mehr gar so sehr zur Geltung. Der Fokus ist nicht auf brutale Szenen gelegt, allerdings hat die Gewalt dennoch immer wieder einen gewissen Stellenwert und geht dabei durchaus in Richtung Horrorszenario. Immer wieder grätschen gewalttätige Szenen dazwischen, die fast gar wie unpassende Sequenzen eingebaut sind. Es scheint so als ob die plötzliche gewalttätige Dramatik nicht gar so sehr in die Filmatmosphäre passt und bringt die Handlung durchaus etwas aus dem Konzept.

Wie häufig bei Spionage-Klassikern, bleibt der Protagonist (Byunghun Lee) seinen Wegbegleitern nicht treu, sondern sucht für sich die beste Lösung, um an sein Ziel zu gelangen. Die Beweggründe lassen sich dank der Dialoge ergründen. Man benötigt jedoch viel Konzentration, um der Handlung Szene für Szene folgen zu können. Die Kulissen sind jedoch durchweg interessant und kommen mit einer gut aufgearbeiteten, undurchsichtigen Stimmung hervor. In manchen Augenblicken, besonders im zweiten Drittel des Films, zeigt die Regie zudem wahres Kinoflair, ganz im südkoreanischen Stil.

Rundum ist es ein Thriller mit häufigem Wortwechsel, welcher grundsätzlich mit Täuschungen und Verrat überzeugen möchte. Man wartet allerdings vergebens auf den gewissen Moment, in dem die unbeirrte Atmosphäre der Spionage ihren Höhepunkt zeigt. Der Spionagethriller ist für Liebhaber sicherlich unterhaltsam, allerdings wirken die Szenen für das allgemeine Unterhaltungsprogramm etwas langgezogen. Bei rund 2 Stunden und 20 Minuten Spielzeit hält sich die Aufmerksamkeit rein durch die Handlung und historischen Aufmachung somit nicht grundsätzlich auf einem hohen Level. Zuspruch bekommt der Film jedoch für seine Dialoge, die den Film durchaus auffrischen.

Gesamtbewertung
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Letzte Aktualisierung am 10.08.2020 um 07:12 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API